Lieber Luther

Lieber Luther
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Sonntag, 21. Juni 2015

Glaubt an mein Kreuz

Lieber Luther,
Glaubt an mein Kreuz, sagt Jesus im Jakobusbrief, der in den Texten von Nag Hammadi überliefert ist. Welche Litanei rattert da bei vielen im Kopf herunter? Jesus musste leiden, weil es sein Vater so gewollt hat, für uns, damit er durch sein Leiden und seinen Tod uns von unseren Sünden erlöst. Jesus, der vom Vater für uns geopfert wurde, Jesus, der sich selbst opferte, weil beide uns so lieben, dass ihnen jedes Opfer für unsere Rettung recht ist. Jesus, das Lamm Gottes, das schweigsam und tapfer die Sünden der Welt ans Kreuz trägt. Christus, du (Schlacht)Lamm Gottes, der du trägst die Sünde der Welt, erbarm dich unser. Gott als unbarmherziger Vater, der seinen Sohn opfert, seinen vollkommenen Sohn für die Sünden und Boshaftigkeiten anderer unperfekterer Söhne? Kein Vater handelt so, wieso ausgerechnet Gott, der Inbegriff des Gut.
An sich, lieber Luther, zeigt schon der gesamte Glaubenskontext, der in der Bibel insgesamt, im Ersten Testament aufgeblättert wird, dass das so nicht sein kann. Gott will keine Opfer, schon gar nicht opfert er seinen Sohn. Er opfert nicht eines seiner Kinder. Wie könnte man in einen Vater vertrauen, der vor so etwas nicht zurückschreckt? Wo liegt des Pudels Kern für so eine verdrehte Sichtweise?
Wir gehorchen dir, wenn DU willst, sagt Jakobus, wir haben schon Vater, Mutter, unser Heimatdorf für dich verlassen. Gib uns, dass wir nicht vom Bösen versucht werden. DU Jesus, wenn du willst, folge ich dir nach, verhindere DU, dass das Böse uns etwas anhaben kann. DEIN Wille, DEIN Tun. Mach DU, damit ich fein raus bin.
So geht das nicht, sagt Jesus. Wer mir folgen will, der veleugne sich selbst und nehme sein Kreuz täglich auf sich und folge mir nach (Lk 9, 23; Mt 16, 24). Wer nicht sein Kreuz trägt und mir nachfolgt, kann nicht mein Jünger sein (LK 14,27). Wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und folgt mir nach, der ist mein nicht wert (Mt 10, 38). Diese Botschaft ist also: DU Mensch, DU Bruder, musst DEIN Kreuz auf dich nehmen, wie ich MEIN Kreuz auf mich nehme. Zeige, dass du mir tatsächlich im Denken und Tun nachfolgst.
Jesus erklärt im Jakobusbrief (NHC 1,2) näher, was gemeint ist, da weder Jakobus noch Petrus erkannt haben, dass sie selbst einen Beitrag zu leisten haben, um Jesus nachzufolgen, wie auch Jesus seinen ihm zugedachten Beitrag geleistet hat. Wie lernst du, dem Bösen zu widerstehen, wenn du dich ihm nicht stellst, fragt er. Wie willst du deinen Brüdern lehren, das Böse hinter sich zu lassen, wenn du nicht weißt, wie das geht? Du musst es selbst tun, um zu verstehen, was dies heißt, um zu lehren, wie die Abwehr des Bösen geht. Du musst aktiv das Böse lassen und das Gute tun. Ich kann nur zeigen, wie es geht, tun musst du es selbst.
Ihr wollt das Leiden meiden, insbesondere das körperliche, weil ihr Angst vor ihm habt, sagt Jesus. Indem ihr Angst vor ihm habt, gebt ihr eurer Angst Macht über euren Geist. Euch regiert die Angst, und euer Streben, körperliches Leiden zu vermeiden. Das vernebelt euch die Sinne, so dass ihr im Bestreben, eure Haut zu retten, Gott nicht mehr wahrnehmt. Wo ist euer Vertrauen auf ihn? Glaubt ihr, dass er für euch sorgt? Wieso sorgt ihr euch dann? Wollt ihr nicht aufhören, euer Fleisch, euren Körper zu lieben und stattdessen Gott allein? Ihr nennt euch Nachfolger?
Ihr sagt: Sprich ja nicht vom Kreuz und Tod. Beides macht euch Angst. Wieso? Wo ist euer Gottvertrauen? Wo ist euer Glaube?
Was soll euch mein Kreuz sagen? Es soll euch sagen, tragt euer Kreuz, wie ich meines getragen habe. Ich habe mich nicht dem Bösen gebeugt, ich habe mich nicht von meinem Vater trennen lassen, obwohl ich Bösem ausgesetzt war. Ich habe nicht Abbitte geleistet für das, was ich predige, ich bin dazu gestanden. Mein Körper ist eine zeitliche Einrichtung, er wird absterben, mein Geist ist ewig, überlebt nur, wenn ich dem Bösen, dem ich ausgesetzt bin, nicht nachgebe, wenn ich das Böse von mir abscheide.
Mein Geist ist eins mit dem Vater. Das Böse, die Bedrohung meines Körpers, konnte mich nicht von ihm trennen. Der väterliche Geist hat mich durch seine Gegenwart unberührbar gemacht für alle Spielarten des Bösen, dem ich ausgesetzt war, dadurch, dass ich mich nicht von ihm trennen ließ. Ich musste durch diese Versuchung hindurch, wie jeder Mensch zahllose Male durch sie hindurch muss. In welcher Form auch immer er ihr ausgesetzt ist. Jeder hat diesen Teil, auch ich hatte ihn. Ihr jammert schon, bevor ihr der Versuchung im Leiden überhaupt ausgesetzt seid. Zeigt, dass ihr tatsächlich Nachfolger seid.
Ihr nehmt euern Körper zu wichtig. Er ist nur zeitlich, das Leiden, das euch versucht, ist weniger als ein Wimpernschlag, in dem ihr widerstehen müsst. Glaubt an mein Kreuz heißt, seht, mir konnte das Kreuz nichts anhaben. Ich bin durch alles Leid hindurch bei meinem Vater geblieben, habe mich nicht getrennt, habe nicht gehadert, sondern den Tag und die Menschen angenommen, wie sie sind. Ich habe die Irrtümer meiner Brüder als Irrtümer erkannt: Vater vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun. Das gilt bis heute.
Seid nicht verblendet wie diejenigen, die meinen Leib getötet haben. Seht den Tod, wie ich ihn gesehen habe, er ist ein rein leibliches Absterben. Er konnte mich nicht schrecken, ich hatte keine Angst vor ihm, da ich weiß, es ist nicht mein körperliches Sein oder Nichtsein, das über mein Leben entscheidet, es ist der Zustand meines Geistes, seine Unschuld, seine Reinheit, seine Wahrheit, sein Einssein mit Gott, meinem Schöpfer und Vater.
Wenn ich geschwiegen habe wie ein Lamm, ist mir das nicht schwer gefallen, ich hätte sonst meine Unschuld verloren, wäre abgerückt vom ewigen Gut, das beim Vater ist. Wieso sollte ich das? Ich hätte mich verkauft an das Böse. Es galt, Gottes Wahrheit und Wahrhaftigkeit zu verteidigen. Das ist eine Art der Abwehr des Bösen, die nicht angreift, sondern die Wahrheit verteidigt, um jeden Preis. Werdet wie ich Verteidiger der Wahrheit Gottes.
Es ist kein Opfer, das ich gebracht habe. Ich wurde nicht ans Kreuz geschlagen, von meinem Vater bestraft, weil der Mensch irrt. Wieso sollte mich mein Vater für SEINE Schöpfung bestrafen? Mein Vater mag keine Opfer, das wissen wir schon seit Abraham. Warum sollte er dann seinen Sohn opfern? Da stellt man die Wahrheit auf den Kopf. Das Böse kommt von irregeleiteten Menschen, nicht von einem bösartigen Gott, der nicht einmal vor seinem Sohn halt macht. Man kann das menschlich Böse nicht Gott in die Schuhe schieben. Derjenige, der böse denkt und in der Folge böse handelt, verantwortet das ganz allein, er hat sich für das Böse entschieden, nicht für das Gute. Gott ist Vollendung. Vollendung kennt das Böse nicht. Der menschliche Wille denkt das Böse, macht in der Folge das Böse und schreibt dann Gott auch noch das Böse zu. Tappt nicht in die Falle! Erinnert euch an mein Kreuz und meinen Tod und ihr werdet leben, wie ich lebe. Seht euch vor, dass euch euer Geist nicht zum Bösen verführt, ihr der Angst nachgebt, ihr denkt euer Leben zu retten und es doch verliert. Es ist EUER Teil, nicht mein Teil. Der Heilige Geist ist in euch, doch ob ihr ihn wirken lasst, ist eure Entscheidung.
Euch ist ein freier Wille gegeben. Freier Wille heißt, zeigt euch würdig, ein Kind Gottes zu sein, wie ich es getan habe. Macht es besser als ich. Ihr könnt euch dafür entscheiden oder dagegen. Das, was als meine Schwäche angesehen wird, war meine Stärke, meine Entscheidung für die Stärke Gottes, meine Entscheidung gegen das Weichen vor der körperlichen Gewalt der Schwachen. Meine Stärke, meine Entschiedenheit nicht von Gott abzurücken, trotz Leid, ist am Kreuz für alle offenbar geworden. Meine Stärke, die auch eure Stärke werden kann, wenn ihr es zulasst, ist nicht mit körperlicher Stärke zu verwechseln. Es ist geistige Stärke und Unbeugbarkeit, Festigkeit im Geist, ebenbildlich mit dem Heiligen Geist. Ihr mögt das nicht denken, weil es euch etwas abverlangt, es euch Angst macht. Eure Angst hat nur mit euch selbst zu tun, nicht mit Gott, mit der Bildlichkeit die ihr mit Gott verbindet, das Bild, das ihr euch selbst von ihm aufzwingt.
Ihr müsst euren Geist selbst vor solchen Abwegen bewahren, euer Denken gehorcht eurem freien Willen. Der schöpferische Plan meines Vaters hat euch diesen freien Willen gegeben. Deshalb müsst ihr euch bewusst entscheiden, das irrige Denken aufzugeben, ich sei gestorben, damit ihr von aller Sünde befreit seid. Solange ihr das nicht aufgebt, tragt ihr euer Kreuz nicht, sondern leidet unter dem Kreuz, habt ihr euch nicht für meinen Weg, sondern für das leidende Verharren vor meinem Kreuz entschieden. Das bringt euch und die, die ihr anleiten sollt, nicht Gott näher. Tretet ein in die Verantwortung, die euch zugedacht ist, nehmt sie. Wenn ihr diese Verantwortung nicht für euch selbst übernehmt, nicht die richtige eigene willentliche Entscheidung trefft, wie wollt ihr den Willen des Vaters tun, wie wollt ihr nachfolgen? Das ist nicht möglich. Werdet besser als ich, das sollte euer Ansporn sein. Werdet wie ein unschuldiges Kind, das nur dem Heiligen Geist folgt, wahrhaftig, frei von selbst geschaffener Gefangenschaft in eigenen Verstrickungen.
Glaubt meinem Kreuz. Es ist ein Sieg über die Angst. Besiegt die Angst, ihr könnt euer Kreuz nicht tragen, ihr seid überfordert. Alles, was Angst macht, ist menschlich. Ihr denkt Angst, wo keine Angst ist. Ihr macht die Angst selbst, indem ihr Gedankengebäude in eurem Kopf auftürmt, euch Gott vorstellt, wie er nicht ist. Im Göttlichen gibt es keine Angst. Jeder Sieg über die eigene Angst, das eigene Nichtzutrauen, ist ein Sieg der göttlichen Wahrheit in euch über die selbstgemachte Fehlgeleitetheit. Glaubt an mein Kreuz, das Böse konnte mich nicht töten. Besiegt eure Angst, besiegt eure eigene Fehlleitung und ihr werdet sehen, dass es auch euch nicht töten kann. Nehmt euren Anteil, wählt, wie ich, die Befreiung, nicht eure Gefangenschaft im Bösen! Löst eure (Gedanken)Ketten, die ihr euch selbst anlegt.
Lieber Luther, nichts hinzuzufügen.
Herzliche Grüße
Deborrah

Sonntag, 26. April 2015

Vaterunser (8) - Versuchungen

Lieber Luther,
… und führe uns nicht in Versuchung. Wie oft habe ich schon gehört, Jesus versucht nicht, das wollen wir von unserem guten Jesus nicht hören und nicht sehen. Er will nur das Beste von uns. Stimmt. Deshalb steht es auch im Vaterunser:
Und führe uns nicht in Versuchung.
Korrekt übersetzt heißt es: Und führe uns nicht in die Prüfung. Was meint das?
Das Vaterunser fasst unsere Beziehung zu Gott, deren Anfang und Ende zusammen. Mit dem Anfang, mit adama, habe ich mich schon ausführlich auseinandergesetzt. Was aber mit dem Ende? Ich bin das A und das O, der Anfang und das Ende, der Erste und der Letzte. Vom Ersten kommen wir, zum Letzten streben wir:
Das sagt der Heilige, der Wahrhaftige, der die Tür öffnet und schließt: Ich kenne deine Werke. Ich habe eine geöffnete Tür vor dir gegeben, die niemand schließen kann. Du hast eine kleine Kraft und in dieser mein Wort bewahrt und meinen Namen nicht verleugnet. Weil du das WORT bewahrt hast, in ihm ausgeharrt hast, werde auch ich dich vor der Prüfung bewahren, die über mein ganzes Volk kommen wird, wenn die Zeit da sein wird, um all diejenigen zu prüfen, die sich bei mir eingemietet haben. Bewahre die Treue zu mir, die du hast, damit dir niemand deinen Sieg über das Böse nehme. Wer die Versuchung überwindet, den werde ich im Hause meines Gottes zu einer Säule machen und er wird nie mehr hinausgehen. Wer ein Ohr hat, der höre (Offenb 3, 7-13).
Diese Bibelstelle entschlüsselt, was mit "und führe uns nicht in Versuchung" gemeint ist. Wenn wir beten, "und führe uns nicht in Versuchung", ist es eine Bitte, dass wir zu denen gehören, denen die Tür (zum Schafstall) geöffnet ist, dass wir zu denen gehören, an denen Gottes Prüfung vorbeigeht. Wie das geht, hat Jesus gezeigt, als er in der Wüste die Prüfung bestand. Sein ganzes Leben und auch sein grausames Sterben war eine einzige Prüfung, uns zur Anschauung, damit wir auch eine Chance haben, unsere eigene Prüfung zu bestehen. Er gibt uns Nachhilfeunterricht, in dem er als Paradebeispiel der Selbstprüfung vorangeht.
Das, was unter "Versuchung" gemeint ist, ist die versuchte Verführung durch uns selbst, die eigenen Götter, die wir über Gottes Wort stellen, unseren bösen Ego-Geister in uns, die allgegenwärtig sind und dauernd gehört werden wollen. Gemeint ist die Prüfung, wie weit wir ihnen widerstehen können, auch unter schlechten Bedingungen und in Nöten, auch wenn sie Quälgeister sind.
Die Geschichte von Hiob ist ein weiteres Anschauungsbeispiel, an dem wir lernen können. Hiob ist der ganzen Welt der Versuchungen ausgesetzt. Aber er bewahrt durch alle Versuchungen, durch allen Hader hindurch, Gottes Wort, bis er durch die Versuchung des eigenen Elendes hindurch, zur Demut gefunden hat. Er stellt sich der Auseinandersetzung seines Inneren mit Gott. Er spürt, dass das Böse in ihm die Oberhand gewinnen will. Das eigene Elend ist unser größter Versucher. Das Wieso Gott? Das: Wenn du nicht so willst wie ich, will ich dich nicht. Genau da entscheidet sich, ob wir auf Gott beharren, auch wenn das Leben sich wie Ausharren anfühlt.
Der Satan beschreibt in der Hiobsgeschichte die Verführung: Haut für Haut, und alles, was ein Mensch hat, lässt er für sein Leben (Hiob 2, 4). Genau das ist die Nagelprobe, um die es geht: Nicht das verführte, irdische, fleischlich-menschlich getriebene Leben, das in den Tod führt, zu leben, sondern das wahre, Gottes Wort getriebene, nicht menschlich fehlgeleitete Leben. Die Versuchung ist, im Leben das vermeintliche Leben über den Tod zu stellen und sich dadurch vom wahren Leben zu trennen und den Tod einzuhandeln. Die Verführung ist, dem inneren Verführer des Augenblickes nachzugeben, einen falschen Wechsel auf die Zukunft einzugehen.
Der Satan ist in uns, ist unser verführter Blick auf die Dinge. Deshalb herrscht Jesus Petrus an: Gehe hinter mich, DU SATAN. Das hat Jesus nicht nur so dahin gesagt, das hat er so gemeint. DU Petrus, DU Mensch, DU SATAN. Du meinst nicht, was göttlich ist, sondern was menschlich ist. Du denkst, mein Fleisch ist mein Leben und willst mich dazu verführen, dass ich genauso denke und handle, dass ich jetzt, wo es um meine Haut geht, von Gott abrücke, um mein menschliches Fell zu retten. Du willst mich Gott veruntreuen. DU SATAN (Mt 16, 23). Nicht nur Petrus, wir alle sind angesprochen und aufgefordert: Wer mir nachfolgen will, der verleugne sich selbst.
Uns zur Anschauung und zur Lehre treibt Jesus auch böse Geister offenbar aus. Er setzt damit ein sichtbares Zeichen für uns: Die bösen Geister sind in euch, aber ihr könnt sie loswerden, ich habe die Macht, sie auszutreiben, das Wort ist die Macht, die sie austreibt (Mk 3, 22-28). Das Böse bekämpft das Böse nicht, man muss es selbst bekämpfen, an die Kette legen. Selbstdisziplin ist gefragt, nicht Selbstgefälligkeit. Man kann diese Selbstverantwortung nicht auf Gott abwälzen. Wenn wir den Stein von unserem Grab gewälzt sehen wollen, müssen auch wir den Treuebund halten, das heißt, wir müssen einen Beitrag leisten. Er wälzt sich nicht wie aus Zauberhand selbst weg. Gott ist kein Zauberer. Er hat den Menschen nicht nur als Empfänger seiner Wohltaten geschaffen. Auch wenn es gern so gepredigt wird und so bequem ist, es steht so nicht in der Bibel. Die Verantwortung für einen Selbst auf Gott abzuschieben, eigene Verantwortungslosigkeit führt in dem Fall zur Verantwortungslosigkeit anderen gegenüber.
Lieber Luther: Weil DU das WORT BEWAHRT hast. Nur dieser Weg erspart uns den Weg durch die Abschluss-Prüfung. Und wenn wir beten, führe uns nicht in Versuchung, heißt das: HERR, lass mich stark sein, damit ich dem inneren Versucher widerstehen kann. Der Versuchung und der Verführung ist der Mensch von Anfang an und immer ausgesetzt. Sie ist dem Menschen immanent, da er eben mit einem eigenen Willen ausgestattet ist. Dieser verführt ihn, sich zu wichtig und Gott für zu unwichtig zu halten.
Aber, lieber Luther, auch das ist in der Offenbarung nachzulesen: Es ist ein Treuepakt. Wenn wir wie Hiob durch das Böse in uns hindurchgehen, ohne Gott untreu zu werden, ist Gott auch uns treu. Wenn wir sein Wort bewahren und in uns tragen, auch in unserer Dunkelheit, trägt auch er uns durch unsere Dunkelheit, steht zu seinem Bund und seinem Wort zu uns. Nicht untreu zu werden, nicht abzufallen, ihn zu bewahren, ohne Wenn und Aber, das ist die Prüfung. Auch der Verführung nicht zu verfallen, Jesus hätte durch seinen Tod alles für uns gerichtet, uns von jeder Verpflichtung freigesprochen, ist eine Prüfung. Die Prüfung anzunehmen und nicht wegzulaufen vor lauter Prüfungsangst, ist eine Prüfung. Nicht Gott in die Schuhe zu schieben – "du (böser) Gott, führe mich ja nicht in Versuchung" – man sieht den erhobenen Zeigefinger förmlich, ist eine Prüfung. Anzunehmen, dass wir uns selbst prüfen müssen, um zu lernen, um zu wachsen, damit wir erfahren, was verheißen ist: Ich werde dich vor der Endprüfung bewahren.
Der Mensch ist Gott gegenüber gern ein fauler Arbeiter. Manche stecken den Kopf in den Sand, bereiten sich nicht vor oder treten nicht einmal zur Prüfung an. Wer sich nicht freiwillig selbst der Prüfung stellt, hat keine Chance, sich zu verbessern. Unvorbereitet steht man dann vor dem göttlichen Prüfstand. Da hilft auch nicht, noch so oft: Und führe mich nicht in Versuchung, zu beten. Vorbereitung, Tat, Handeln ist anempfohlen, damit wir nicht Nachsitzen müssen und am Ende nicht durch die Prüfung fallen. Dafür hat Jesus unermüdlich geworben. Faulheit vor Gott hat er nicht gekannt.
So beten wir, lieber Luther:
HERR, lass mich nicht davonschleichen, weil ich es gern bequem habe.
HERR, mach mich stark, wappne mich gegen alle Versuche, mich von Dir abzubringen.
HERR, lass mich den Weg durch Deine offene Tür wählen, auch wenn er durchs Dunkel führt.
Amen.
Herzliche Grüße
Deborrah

Freitag, 10. April 2015

Vaterunser (4) - Unser täglich Brot gib uns heute

Lieber Luther,
essen muss man jeden Tag. Es fragt sich nur was. Die einen ernähren sich gut, die anderen ungesund, die einen reichlich, die anderen bewusst. Beim Essen scheiden sich die Geister.
Heute, Teil 4 der kleinen Vaterunser Reihe. Es geht um das Brot:
Unser täglich Brot gib uns heute.
Ganz oberflächlich und menschlich leiblich gedacht heißt das: Lieber Gott sorge du dafür, dass ich etwas zu beißen zwischen den Zähnen habe. Ist das so einfach gemeint?
Jesus ist 40 Tage in der Wüste, um dort mit Gott in Berührung zu kommen. Nach 40 Tagen heißt es, hungert ihn. Der Verführer packt den Menschen an der zutiefst menschlichen Seite und denkt, er kann Jesus beim leeren Magen packen. Wenn du Gottes Sohn bist, dann wandle die Steine in Brot, damit du deinen Hunger stellen kannst. Was entgegnet Jesus: Es steht geschrieben: Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeglichen Wort, das durch den Mund Gottes geht (Mt 4, 4).
Brot und Wein waren von Anbeginn der Schrift die Bilder für die Gegenwart Gottes. Melchisedek, der König von Salem und Priester Gottes des Höchsten, trägt Abraham Brot und Wein entgegen und segnet ihn: Gesegnet seist du , Abram, dem höchsten Gott, der Himmel und Erde geschaffen hat und gelobt sei Gott der Höchste, der deine Feinde in deine Hand beschlossen hat (1.Mose 14, 18-19). Psalm 110: Der HERR sprach zu meinem Herrn: Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde zum Schemel deiner Füße lege. … Der HERR hat geschworen, und es wird ihn nicht gereuen: Du bist ein Priester ewiglich nach der Weise Melchisedeks. Ein Zusammenhang ist unmittelbar vorhanden.
Das aus Ägypten ausziehende Volk hat gehungert, rebelliert und von Mose Nahrung gefordert. Mose hatte nichts zu geben. Man hu? (Das heißt: was ist das?). Mose antwortet: Es ist das Brot, das euch der HERR zu essen gegeben hat (2.Mose 16, 15). Gott hat ihnen das "Was ist das?" geschickt, obwohl sie rebellierten. Mose durfte nicht in das gelobte Land, weil er sich vom Hunger und Durst des Volkes verführen ließ und mit seinem Stab gegen den Felsen schlug, sich dem sozialen Druck gebeugt hat und Gott als Mittel zum Zweck eingesetzt hat. Er hat nicht voll auf Gott vertraut.
Was sagt uns die Geschichte? Und gedenke all des Weges, durch den dich der HERR, dein Gott, geleitet hat, diese 40 Jahre (Jesus: 40 Tage!) in der Wüste. Damit kund würde, was in deinem Herzen ist, ob du das Wort Gottes halten wirst, auch in der Not. Er prüfte deine Demut, ließ dich hungern und speiste dich mit Man, dass du und deine Väter nie gekannt hattet; auf dass er dir kundtäte, dass der Mensch nicht lebt vom Brot allein, sondern von allem, was aus dem MUND des HERRN geht (5.Mose 8, 2-3). Aber: das Volk war nicht demütig, es war zügellos und voller Begierde. Entsprechend ihrer Zügellosigkeit und Begierde übersäte Gott den Boden mit Himmelsbrot. Und wieder jammerte das Volk: Nun aber ist unsere Seele matt; denn unsere Augen sehen nichts als das Man. Mose ruft verzweifelt zu Gott: Warum finde ich keine Gnade vor dir, warum muss ich die Last dieses Volkes tragen? (4.Mose 11, 5-11).
Das Manna schickte Gott solange, bis sein Volk seinen Fuß in das gelobte Land setzte. Sie aßen am Tag nach dem Passah vom Getreide des Landes, das ihnen gegeben war, nämlich ungesäuertes Brot und geröstete Körner. Und das Man hörte auf des andern Tages, da sie des Landes Getreide aßen (Jos 5, 11-12).
Josua, hat Gottes erwähltes Volk in das verheißene Land gebracht. Josua-Jesus (Jesus heißt auf Hebräisch Josua), führt uns in das verheißene Land. Gottes Volk zog 40 Jahre durch die Wüste, Jesu hungerte 40 Tage in der Wüste. Alter Wein in neuen Schläuchen. Jesus greift die Botschaft aus der Alten Schrift, die Bilder, wieder auf, die Parallelen sind unübersehbar. Aber, er setzt eine neue Botschaft dahinter. Jesus ist Demut, er ist 100% Demut: Er widersteht dem Versucher, als er hungert. Der Mensch lebt nicht vom Brot allein. Was das wandernde Volk nicht geschafft hat, wo Mose gefehlt hat, ihm die Demut ausgegangen ist, weil seine Langmut vom Volk zu sehr strapaziert wurde: Jesus widersteht dem Versucher, verbildlicht im Hunger. Es versucht Gott nicht, indem er ihn bittet den Stein zu Brot zu machen. Mose hat dagegen mit dem Stab gegen den Felsen gehauen.
Das zeigt sich auch bei der Speisung der 5000. Auch hier eine hungrige Menschenmenge. Jesus vermittelt eine neue Botschaft in den alten Bildern: Alle werden satt, aber nicht übersatt. Während in der Manna-Geschichte ein strenges Verbot galt, das Manna einzusammeln, sagt Jesus: Sammelt die übrigen Brocken, dass nichts umkommt. Von den 2 Fischen und 5 Gerstenbroten wurden 5000 Menschen satt, und von den übrigen Brocken wurden noch 12 Körbe gefüllt. Aber das ist nicht das Entscheidende. Es sind nur Zeichen. Ich habe über die Geschichte in der Version von Joh 6 schon einmal geschrieben, das brauche ich hier nicht alles wiederholen.
Die Kernbotschaft ist: Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, den wird nicht hungern; und wer an mich glaubt, den wird nimmermehr dürsten. Ich habe nur das, was mir mein Vatergibt. Denn ich bin vom Himmel gekommen, nicht dass ich meinen Willen tue, sondern den Willen des, der mich gesandt hat (Joh 6, 35-38). Genau deshalb beten wir: Vater unser im Himmel, dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden. In seiner Brotrede wiederholt er dieses zentrale Kernstück seines Seins.
Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel gekommen ist, wer mich isst, gewinnt das ewige Leben. Wer mich isst heißt: Ich bin der Wille Gottes als Mensch, ich setze mich mit meiner ganzen Person ein für das Wort Gottes, ich rücke keinen Millimeter davon ab, denn es geht um euer ewiges Leben. Wie immer sie mich bedrohen. Ich setzte MEIN ganzes LEBEN ein für das LEBEN der Welt. Jesus sagt NICHT mein Tod für die Sünden der Welt, er sagt ich setze mein Leben für das Leben der Welt ein. Ich lebe für das Leben der Welt.
Leben ist Leben. Seines und unseres. Sein Leben ist unser Leben, nicht sein Tod ist unser Leben. Das steht nicht da. Wären hier die Sünden gemeint: Ich gebe mein Fleisch für die Sünden der Welt: Was würde der wichtige, mit WARHlich, WAHRlich, eingeleitete Satz bedeuten?
Wahrlich , Wahrlich ich sage euch: Werdet ihr nicht essen das Fleisch des Menschensohnes und trinken sein Blut, so habt ihr kein Leben in euch. Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, der hat das ewige Leben, und ich werde ihn am Jüngsten Tag auferwecken. Denn mein Fleisch ist die WAHRE Speise, und mein Blut ist der WAHRE Trank. Wer mein Fleisch isst und trinkt mein Blut, der bleibt in mir und ich in ihm. Wie mich der lebendige Vater gesandt und ich LEBE um des Vaters willen, also: Wer mich isst, der wird auch LEBEN um meinetwillen. Dies ist das Brot, das vom Himmel gekommen ist; nicht wie eure Väter das Manna gegessen haben und dann gestorben sind. Wer dies Brot isst, der wird in Ewigkeit leben (Joh 6, 53-58).
Ja, lieber Luther, was würde dieser Satz dann bedeuten, wenn man Fleisch für Haut und Knochen nehmen würde: Ich gebe mein Fleisch, halte meine Haut und Knochen hin, für die Sünden der Welt? Und wir essen die Haut und Knochen dann auch? Sind wir Kannibalen? Wir essen die Sünden der Welt mit? Man kann den ganzen Zusammenhang doch nicht einfach ignorieren und einen Satz herausnehmen und die Bildlichkeit völlig ignorieren. Eigentlich ist das unfassbar.
Das Fleisch steht für das Wort Gottes, es ist eine andere Metapher wie das Brot. Ich bin das Brot. Mein Fleisch ist Brot. Das Brot ist die Wortnahrung, die ich euch gebe. Deshalb esst es! Das Blut steht für den Geist Gottes. Ich habe gestern ausführlich darüber geschrieben, wie das zu verstehen ist. Ich bin das Brot, ich bin die (Wort-)Speise, esst mein Fleisch und Blut, nehmt das Wort in euch auf. Von dieser Nahrung könnt ihr leben. Genau das sagt er auch bei dem, was man letztes Abendmahl nennt. Das heißt es und nichts anderes ist gemeint. Es gibt absolut keinen Grund, etwas anderes hineinzulesen. Jesu Wort, der ganzer Bezug in der Alten Schrift, gibt das nicht her.
Lieber Luther, Brot ist eine zentrale Metapher in der gesamten Schrift. Der Unterschied zwischen Mose und Jesus besteht darin, dass Mose nichts zu geben hatte, Gott hat Manna regnen lassen. Ganz anders Jesus. Jesus gibt sich ganz, Fleisch und Blut, ich bin das Brot. Das ist etwas ganz anderes, es ist viel mehr. Jesus bringt Gott vom Himmel auf die Erde, macht ihn auf der Erde gegenwärtig. Jesus tut 100% den Willen Gottes, das sagt er selbst. Mose war dagegen ein Gott gegenüber fehlbarer Knecht, er hat oft gehadert, wollte den Auftrag gar nicht annehmen. Jesus kannte solche Anfechtung nicht, er fehlte gegenüber Gott nicht, er haderte gegenüber Gott nicht. In der Mosegeschichte steht das Brot für mangelnde Demut, bei Jesus steht sie für 100% Demut. Bei ihm steht es für die WAHRE Nahrung, die WAHRE Wortnahrung. Die Worte, die ich rede, die sind Geist und sind Leben (Joh 6, 63). Jesu Wort!
Herzliche Grüße
Deborrah

Sonntag, 22. Februar 2015

Verführer

Lieber Luther,
es hätte mich gewundert, wenn ich über den Predigttext vom heutigen Sonntag, Mt 4, 1-11, nicht schon einmal geschrieben hätte, habe ich ihn doch schon viele Male gelesen. Was ich vor zwei Jahren geschrieben habe, kann ich so stehen lassen.
Trotzdem will ich etwas hinzufügen. Von der Penetranz Jesu, von seinem Bestehen auf dem Wort und dem, was in der Schrift steht. Was immer die Versuchung ist: Gott allein, antwortet Jesus. Gott allein zählt, er ist meine Referenz, er ist meine Herausforderung, nicht du, du dümmlicher Versucher, der du denkst, ich könnte mich in der Niedrigkeit der Welt verlieren.
Bist du Gottes Sohn, so lass dich hinab. Eben nicht! Was denkt der Versucher sich, wie dumm ich bin, muss Jesus gedacht haben. Warum soll ich mich, als Kind Gottes, in die Niederungen dieser Welt hinablassen? Ich habe mich wohl dorthin begeben, das bedingt mein Menschsein, aber es bedeutet nicht, dass ich mich in die Niederungen der Verführten hinablasse, mich einlasse auf deren Spiel. Ich spiele nicht nach ihren Spielregeln, meine Spielregeln bestimmt Gott allein. Lieber Verführer, ich durchschaue dich und du kannst mich nicht mit deinen durchsichtigen Spielchen ins Wanken bringen. Gott allein, die Schrift ist es, der ich folge, nicht deinen billigen Versprechungen, von denen du genau weißt, dass sie mich ins Unglück treiben. Du zählst auf meine Dummheit, aber auf mich kannst du nicht zählen, such dir einen anderen Dummen.
Du, lieber Verführer, bist in der Welt, seid es Menschen gibt. Der Mensch ist verführbar. Adam und Eva, die ersten Menschen, der Mensch von Anbeginn, ist auf dich hereingefallen. Aber Gott hat Menschen erweckt, die es besser wissen als du, die dir die Maske vom Gesicht reißen, denen du wohl das Fleisch und das irdene Dasein zerstören kannst, wie an Hiob gezeigt, aber nicht den Geist.  Dem Geist Hiobs, der in Gott ruhte, trotz aller Anfechtung, hast du nichts anhaben können. Es ist das Böse in der Welt, du, die Verführung, ist in der Welt. Sie tritt auf in Form von allerlei "Ich will", "Ich möchte", "Warum nicht ich, warum die anderen", in Form von "ich kann nicht lassen". Die Verführung ist allgegenwärtig, täglich, stündlich, sekündlich.
Wie reagieren wir auf die Verführungskünste des Egos, und es ist nichts als das Ego, das uns vom rechten Pfad abbringt, uns in unserem fleischlichen Sein überleben lassen will, uns vom Pfad, den uns unser Innerstes weist, abbringen lässt, uns auf den Irrweg führt, dem wir folgen, mit mehr oder minder schlechtem Gewissen, mit mehr oder weniger Ablenkung und Selbstbetrug, in Pseudo-spirituellen Wegen, die nichts anderes sind als Selbstverführung auf den falschen Weg, Ablenkung – auch wenn es nach dem Gegenteil aussieht – auf den Weg der Verführung. Ablenkung von der ungeschminkten Wirklichkeit in uns selbst, Selbsttäuschung, Selbstverführung – Selbstverirrung.
Der Versucher steht auf der Zinne des Gotteshauses, des Tempels, der angeblichen Wohnung Gottes. Doch ist es tatsächlich die Wohnung Gottes? Steht der Verführer auf der Zinne der Wohnung Gottes? Wohl nicht. Alles Menschengebäude, das angebliche Gotteshaus ist tatsächlich nicht Gottes Wohnung, es ist nur Gottes Wohnung wie Mensch es behauptet und sich gebaut hat. In Gottes tatsächliche Wohnung kommt der Verführer nicht. Jesus sagt über den Verführer im Gotteshaus: Du sollst Gott, deinen HERRN, nicht versuchen! Lass dich hinab, sagt der Verführer, die Engel Gottes werden dich trotzdem in den Himmel tragen. Mitnichten sagt Jesus, auf diese Propaganda fall ich nicht rein: "Du sollst Gott, deinen HERRN, nicht versuchen. Deshalb: Kannst du dich getrost in Sünden fallen lassen, wenn du dich an dem Sündenstein stößt, wird Gott dir vergeben, wie es im Gotteshaus gelehrt wird? Gott wird seinen Engeln befehlen, dich trotzdem auf Händen zu tragen? Mitnichten sagt Jesus: Auf diese Propaganda fall ich nicht rein. Du sollst den HERRN, deinen Gott nicht versuchen. DU, sollst es nicht, tue es nicht, lass dich nicht verführen, was immer die Verführung sagt. Wähle die Gottesfurcht!
Ich habe gerade gelesen: Gott will die Sünden abtun, aber den Sündern vergibt er. Dies hieße, er sieht darüber hinweg, dass du dich in die Tiefe stürzt und fängt dich auf, wenn du so dumm oder so schwach bist, der Verführung zu folgen. Mitnichten sagt Jesus. Steht so fest, wie ich stehe! Folgt mir darin! Deshalb steht diese Geschichte in der Bibel. Mitnichten! Werft euch nicht hinab in die Verführung, in die Sünden: Du sollst Gott, deinen HERRN, nicht versuchen. Du sollst nicht auf ihn bauen, dass er, wenn du im Bewusstsein des Bösen das Böse wählst, seine Engel schickt, um dich im freien Fall aufzufangen. Nein, so geht es nicht. Tut es nicht! sagt Jesus uns mit dieser Geschichte. Wähle die Gottesfurcht!
Der Teufel geht mit Jesus auf einen sehr hohen Berg, auf einen zu hohen Berg für den Verführer. Um das Bild in Erinnerung zu rufen – Gott wohnt in der Höhe, Jesus steht auf diesem hohen Berg und er wankt nicht, er ist verankert in diesen hohen Berg. Dort, wo Gott wohnt und Jesus steht, ist für den Verführer kein Platz, er hat keine Chance. Was immer er tut, was immer er verspricht, es ist durchsichtig, dass es nur dazu dient, mit falschen Versprechungen ins Verderben zu locken. Wähle die Gottesfurcht!
Ich soll mich die Stadtmauer hinabstürzen? fragt Jesus. Jeder Körper zerschellt, wenn er das tut. Fleisch ist etwas, was Gott nicht interessiert, ihn interessiert allein das, was bleibt, der Geist, die Seele, die innere Einstellung. Wieso sollte ich mich in die Tiefe stürzen? Du befindest dich, lieber Verführer, auf der falschen Veranstaltung, du hast die falschen Gäste eingeladen, mit deiner billigen Masche kannst du bei mir keinen Blumentopf gewinnen. Du bietest mir Reichtümer, die nichts als Tand sind, die zerfallen, so wie du zerfällst. Mein Reichtum ist nicht von dieser Welt, meinen Reichtum kannst du, lieber Verführer, nicht antasten. Über meinen Reichtum hast du keine Macht. Mein Reichtum ist Gott allein! Wähle die Gottesfurcht!
Lieber Luther, eigentlich ist diese Geschichte einfach zu verstehen. Jesus steht in der Versuchung, wir stehen in der Versuchung, jeden Tag, jede Stunde, jede Sekunde. Wollen wir nicht, dass dessen wir gerade bedürfen, uns gereicht wird, dass wir, wenn wir fallen, aufgefangen werden, dass wir auf der Gewinnerseite des Lebens stehen? All das sind Versuchungen, unsere irdene Gewinn- und Verlustrechnung so günstig wie möglich zu gestalten. Njet, sagt Jesus, das Wort öffnet euch das Himmelreich, nicht die verführerischen Verlockungen dieser Welt. Das Njet, lieber Luther, sollte uns immer in den Ohren klicken, wenn wir auf dem hohen Berg stehen, und er uns gerade zu hoch ist. Wähle die Gottesfurcht!
Herzliche Grüße
Deborrah

Sonntag, 28. September 2014

Baum der Erkenntnis

Lieber Luther,
schaut man auf die Kriege und Greueltaten dieser Welt, der heutigen Welt, nicht der vor 3000 Jahren, dann fragt man sich, wird sich das jemals verändern. Der Mensch, die Kulturen entwickeln sich langsam, wachsen zur Hochkultur, um dann irgendwann wieder in Barbarei zu verfallen. Es passiert immer wieder. Der Mensch lernt aus Angst, Schrecken und Schmerz nicht nachhaltig. Ist der eine Schrecken überwunden, gedenkt man des Furchtbaren eine Zeitlang, nach dieser Zeit gerät es dann in Vergessenheit und es fängt an, sich neu zu entwickeln. Das Böse, das Satanische regiert in der Welt, ist Teil von ihr, wird eine Zeitlang in Schach gehalten, gewinnt aber irgendwann wieder die Oberhand. Trockne deine Träne über die Verlorenheit der Menschheit im Bösen, sagt Gott. Wie kann ich das? Wo finde ich Trost?
Auch Jesus wurde vom Bösen verführt. Der Teufel wollte ihn verführen, er der alle Reiche der Welt jeden Augenblick im Blick hat. Alle Macht, alle Herrlichkeit in diesen Reichen der Welt ist ihm, dem Teufel, übergeben. Er gibt Macht und Herrlichkeit in dieser Welt wie er will. Der Teufel sagt: Es ist in mein Belieben gestellt, wem ich die Weltherrschaft gebe und ich gebe sie dem, der mich anbetet. Jesus widerspricht diesem Szenario nicht. Er sagt: Es steht geschrieben: Du sollst Gott, deinen HERRN, anbeten und ihm allein dienen. Alles, was weltlich ist, ist für Jesus belanglos, nicht ein Teil so begehrenswert, dass er sich dafür dem Teufel ausliefert. Es ist Gott allein, den er begehrt. Nichts konnte Jesus locken, nichts verführen. Und als der Teufel alle Versuchung vollendet hatte, wich er von Jesus "eine Zeitlang" (Luk 4, 1-13).
Lieber Luther, Jesus sagt: Es steht geschrieben… Alles Entscheidende, was Gott zu uns sprechen will, ist bereits ausgesprochen und zu Papier gebracht. Jesus begehrt nichts in dieser Welt, er begreift sich nur als Teil im Strom Gottes. Eine Zeitlang weicht der Versucher zum Bösen von ihm. Eine Zeitlang heißt: Er wird sein Glück wieder versuchen. Jesus und der böse Geist, die bösen Geister, sie kennen sich wie alte Bekannte. Klarer als jedes menschliche Auge, sieht der böse Geist den Sohn Gottes und die Bedrohung für ihn: von ihm vertrieben, ausgetrieben zu werden. In manchen Geschichten, in denen erzählt wird, wie Jesus das Böse aus den Menschen austreibt, weil ihm Macht auch über das Böse gegeben ist, versucht das Böse mit Jesus zu verhandeln, ihn dazu zu bringen, das Böse zu verschonen, es nicht aus der Welt zu tilgen. Die bösen Geister sagen: Bist du hergekommen, uns zu quälen, ehe denn es Zeit ist? Sie bitten Jesus, in eine Herde Säue fahren zu dürfen. Jesus gewährt die Bitte. Die Säue stürzten dann aber in den Abhang ins Meer und ersoffen im Wasser (Mt 8, 29-34). Der Text sagt aber auch: Es wird die Zeit kommen, an dem das Böse überwunden sein wird.
Das Böse treibt sein Unwesen, aber Gott vermag es zu tilgen. Das ist die Botschaft hinter allen Geschichten von der Austreibung des Bösen. Die zweite Botschaft ist: Das böse ist da, es mag eine Zeitlang verschwinden, taucht aber immer wieder auf. Es ist Teil des Lebens, Teil des Menschen. Gott, Jesus, beide in einem, kennen das Böse, sie sind mit ihm auf Du und Du. Das Böse regiert, wie in der Wüstenversuchung erzählt, die weltliche Macht. Gut und Böse ist das Weltkonstituierende. Damit bin ich beim heutigen Predigttext, bei den Anfängen. Was steht hierzu geschrieben? Was Jesus tut und erklärt ist neuer Wein in neuen Schläuchen. Was ist mit dem Wein in den alten Schläuchen? Mit Hiob habe ich mich schon auseinandergesetzt, auch mit Teilen der Schöpfungsgeschichte. Da alles schon geschrieben ist, muss eine Erklärung des Gut und Böse in der Schöpfungsgeschichte stecken. Was lehrt sie mich über das Gute und Böse, was ich bisher übersehen habe (1.Mose 2; 3)?
Ausgangspunkt ist der Garten Eden. E'den hat eine zwiefältige Bedeutung. Es heißt: Lust, Wonne, Lieblichkeit, Ergötzen, Wohlleben. Es heißt aber auch: Niederung, Ebene, Wüste. Das Hohe und das Niedrige, die Lust und die Wollust, beides ist in E'den angelegt. Gottes Garten enthält beides, das Gut und Böse, das Liebliche und das Teuflische.
Gott pflanzt in seinen Garten allerlei Bäume. Diese und jene. Der Baum, das biblische Bild für den Menschen. Auch von Jesus oft als Bild in seinen Gleichnissen gebraucht, ebenso wie das pflanzen und weingärtnern, das Pflegen des Gartens. Gott hat den Menschen in seinen lieblichen Garten gesetzt, damit der Mensch diesen Garten pflege. Der Garten Eden, das Bild für Gottes Lieblichkeit und Wonne, Gottes Liebe, wenn man so will. Er ist gegen Morgen gepflanzt, Richtung Aufgang des Lichts. Gegen Morgen heißt auch, in das Morgen, in das Kommende, in das Zukünftige.
Es geht von Eden ein Strom aus, ein Lebensstrom, um den Garten, das Wohlleben, in das der Mensch gesetzt ist, zu nähren, zu wässern, damit er nicht verdurstet. Der Strom Gottes, der uns am Leben erhält. Der Lebensstrom teilt sich in vier Hauptwasser. Er geht in zwei verschiedene Länder. Es wohnen nicht alle im gleichen Land. Vier verschiedene Strömungen gibt es in Gottes Garten, zwei Länder, die Gottes Strom umfließt.
Die erste Strömung heißt Pi'son, d.h. die Freifließende, die Fessellose, die Überbordende. Dieser Strom umfasst das Land Hawi'la, das heißt das Sandland, das Land des wirbelnden Flugsandes, in dem es Gold, aber auch Onyx gibt und Bedellion, Baumharz, das wohlriechend, aber bitterschmeckend und durchsichtig ist. Die zweite Strömung heißt Gi'hon, das heißt der Durchbruch, das Hervorquellen des Wassers, der Ausbruch der Wasserquelle. Dieser Strom umfasst das Land Kusch, das Land der verbrannten Gesichter, des Durcheinanders, der Verwirrung. Der dritte Strom heißt Hid'dekel, der Pfeil, der dahinschießt, das pfeilschnelle Wasser. Der vierte Strom ist der Euphrat, das liebliche, süße Wasser, das überfließend und sehr breit ist.
Was sagt uns das? Es gibt zwei Länder in Gottes Garten, das gute Land und das Land der Verwirrung. Das Sandland, das immer in Bewegung ist, die Wüste mit ihren Oasen, das arme reiche Land, in dem es Gold gibt. Gold steht in der Bibel für den Glauben des Menschen an Gott und die Treue Gottes zu den Menschen. Aber es gibt dort auch Onyx, die Kralle, die Klaue, den Huf, den Teufel, den Satan, das Böse, den wertvollen Stein, in dem sich das Licht vielfältig bricht. Der Stein mit vielen bunten Adern, so vielgestaltig wie das Leben. Zwischen Gold und Onyx, steht Bdellium, das am Baum Anhaftende. Es sieht erdenfarben aus, wie in Stein gemeißelte Erde und gleichzeitig in Stein gemeißeltes ausgeschiedenes Exkrement. Leben des Menschen zwischen Eingang und Ausgang. Bdelliumharz ist falsche Myrrhe, das Harz des Balsambaumes, aromatisch und zugleich bitter. Balsam für die Wunden zwischen Gut und Böse, zwischen Gold und Onyx, zwischen Gottesglaube und Verführung zum Bösen.Himmelsmanna (4.Mose 11,7), Himmelsnahrung zwischen Leben wie es ist. Himmelsnahrung, die Gott seinem Volk in der Wüste schickt. Zufall? Wohl kaum.
In der Mitte des Gartens Eden steht der Lebensbaum. Es gibt aber auch einen Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen, von da'at, erlernbares und gleichzeitig vergebliches Wissen. Was der Mensch auch lernt, was Gott ihm sagt, es ist vergeblich, er tut es nicht, versteht es nicht, hält sich nicht daran. Jesus sagt später: ihr habt Augen zu sehen und seht nicht, ihr habt Ohren zu hören und hört nicht, ihr sollt entsprechend handeln und tut es nicht, selbst wenn ich es euch vorlebe. Das zeigt sich bei Adam und Eva bei der ersten Anfechtung des Bösen. Sie scheitern schon bei der ersten Herausforderung, bei der ersten Versuchung. Doch wieso?
Gott pflanzt allerlei Bäume in seinen Garten. Sie sind begehrenswert anzusehen und gut, im Hebräischen hamad. Auch hamad hat zwei Seiten: Es ist begehren, gelüsten, Gefallen finden, das auch Erfüllung findet, wie auch unerlaubtes Begehren, das Schaden anrichtet. Das Begehren ist es letzten Endes, das Adam und Eva ungehorsam werden lässt, das verführte Begehren. Ohne die Verführung, ohne jemanden der verführt, wären sie nicht auf die Idee gekommen, ausgerechnet die Hand gegen das auszustrecken, das sie ins Verderben führen wird. Nicht auf Gott zu hören, der gewarnt hat: Wenn du davon isst, bist du dem Tod verfallen, dem mehrfachen Tod: Den Toden, die ihr euch gegenseitig sterben lasst und – noch gravierender – dem Tod des Gehorsams, des Vertrauens, des Hörens auf das, was ich euch sage. Der Verführung zu folgen ist die Initialisierung von Gut und Böse. Von dem Augenblick an bekommt E'den seine Doppelbedeutung: das Liebliche, die Wonne, das Wohlleben bekommt seine Niedrigkeit. Das reine Gut gehört der Vergangenheit an, das Böse kommt in die verführte Welt.
Adam und Eva sind auf die List hereingefallen, auf die wohlformulierte Täuschung. Die Schlange sagte, wenn ihr davon esst, werden euch die Augen aufgetan und ihr wisst, was gut und böse ist, ihr werdet mitnichten sterben. Die Schlange hatte recht, Adam und Eva hat es aber nicht durchschaut: Es sind ihnen die Augen aufgegangen, sie haben erkannt, wie nackt und bloß sie sind, dass sie sich voreinander schämen müssen, haben ihre Verletzlichkeit, Hilflosigkeit und Schwäche erkannt. Was sie erkannt haben, hat ihnen nicht gefallen. Sie sind körperlich nicht gestorben, insofern hatte die Schlange auch hierin nicht die Unwahrheit gesagt. Sie hat nur so formuliert, dass sie das Begehren in den Menschen geweckt hat, ihnen ihre Zufriedenheit mit dem, was sie hatten – und es war reichlich – genommen hat. Ihnen suggeriert hat, das, was sie nicht haben, sei besser. Das Erwachen der Begierde, die Schwäche des Menschen in der Verführbarkeit, seine Blindheit und Taubheit gegenüber der Falschheit des Verführers, haben den Baum der Erkenntnis für alle Tage des Menschengeschlechts zu einem Baum der täuschenden Erkenntnis gemacht.
Gott hat sozusagen die Notbremse gezogen. Der Mensch hat angefangen, nicht auf sein Wort zu hören, er hat seine Hand dem Bösen gereicht, nach etwas ausgestreckt, das nicht gut für ihn ist, wider sein Wort. Er hat sich aufgeschwungen und wollte Gott gleich sein, die gleiche Erkenntnis haben wie Gott. Die Konsequenz. Gott nimmt die Wahlmöglichkeit in einem entscheidenden Punkt vom Menschen: Er verhindert, dass der Mensch sich nicht auch noch zum Herrscher über das Leben aufschwingt. Er schützt das ewige Gut vor dem Bösen. Als Schutzmaßnahme des Menschen vor sich selbst, um den Weg zum Baum des Lebens für den Menschen zu bewahren (1.Mose 3, 22-24). Das meint, wenn Jesus sagt: Und siehe, ich habe Satan wie ein Blitz aus dem Himmel fallen sehen (Luk 10, 18). Der Verführer, das Böse im Menschen, ist verbannt aus dem Garten des Wohlbefindens, es kann seine Verführungskünste nur noch in weltlichen Dingen zur Wirkung bringen, das ist ihm frei, aber nicht mehr in himmlischen. Das Böse kann das Gute in alle Ewigkeit nicht zum Einsturz bringen. Dafür hat Gott gesorgt.
Lieber Luther, Gott sichert uns mit diesem Rettungs-Akt den Zugang zu sich. Er hat Eden, den Ort seiner Liebe, für uns bewahrt, vor uns geschützt. Die Macht und die Reiche dieser Welt, die der Verführer unter seiner Kontrolle hat, sind von dieser Welt, hat er vor seine Tür gewiesen. Gottes Reich bleibt davon unberührt. Das zeigt uns die zweite Schöpfungsgeschichte. So bleibt uns die reine Quelle erhalten. Gott umfasst, wässert und nährt daraus diese Welt. Sein Lebensstrom, seine Wasserader umfasst uns. Jedoch, wem wir dienen, dem Verführer oder Gott allein, das liegt an jedem einzelnen. Jeder einzelne hat zu entscheiden, wem er nachfolgt. Selbstverantwortlich das in Kauf nehmend, was daraus folgt. Das meint Jesus, wenn er in verschiedenen Gleichnissen sagt, wer mir nachfolgt, darf nichts vom Weltlichen mitnehmen, sich vom Festhalten nicht leiten lassen, sondern muss tun, was Gott alleine dient. Er muss nackt und bloß, wie ein neugeborenes Kind, vor dem Baum des Guten und Bösen stehen, unmündig, unschuldig, ohne auf die Stimme der verschiedenen Verführungen zu hören. Die Weisen und Klugen, die vom Baum gegessen haben, verstehen das nicht. Wieso, ergibt sich aus obigem. Deshalb ist auch verständlich, wieso Jesus in diesen Jubel ausbricht: Ich preise dich Vater des Himmels und der Erde, dass du dies den Weisen und Klugen verborgen hast (Luk 10, 21).
Lieber Luther, gut und böse ist Teil des Menschsein. Das ist in der Schöpfung von vornherein angelegt. Gott hat aber vorgesorgt und vorgedacht. Das lindert mein Erschrecken vor den Menschen nicht, aber es macht mich sicher, auch angesichts allen Leides. Gott lässt uns die Wahl, wem oder was wir in unserem Begehren, in unserer Begierde, in unserer Gier, den Vorrang einräumen. Gott hat den Rückweg ins ewige Gut, in sein Leben, in seine Liebe für uns gesichert. Die Schöpfungsgeschichte zeugt von dieser göttlichen Konstitution. Sie hilft mir, das Gut und Böse des Menschen im göttlichen Gefüge einzuordnen und zu relativieren. Jesus wusste, das Böse regiert diese Welt, aber nur eine Zeitlang. Das Böse ist aus dem Himmel gefallen, damit der Weg für das Gute dorthin offensteht. Für den einen ist die Zeit da, für den anderen nicht, dauert noch eine Zeitlang, abhängig vom Strom, in dem er sich bewegt, abhängig vom Land, in das er zieht. Und immer gilt die Zusage: Ich will dich behüten, wohin du auch ziehst und will dich wieder herbringen in dies gute Land (1.Mose 28, 15).
Herzliche Grüße
Deborrah