Lieber Luther

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Sonntag, 28. Dezember 2014

Durchbrecher

Lieber Luther,
wie schon angesprochen: Jesus ist aller Wahrscheinlichkeit nach nicht in Bethlehem geboren, nichts, außer die Lukasgeschichte, bringt seine Geburt damit in Verbindung. Ob die Jungfrauengeburt so zu nehmen ist, wie sie genommen wird, ist sehr die Frage. Den Kindermord hat es nicht gegeben, die peniblen römischen Historiker hätten es nicht übersehen. Die Flucht aus Ägypten ist aus einem Missverständnis des Propheten Hosea geboren. Eine Fülle ist zu sagen zu Jesu Geburt und was aus der Bibel zu verstehen ist. Es passt unmöglich in einen Blog. So denke ich, dass es ein Zyklus werden wird. Wie meistens, weiß ich noch nicht, wohin mich das führt. Viel beschäftigt mich und drängt mich, es in Schriftform zu fassen, da es hilft, die Gedanken zu strukturieren.
Die frühen Christen hatten ihr Fundament im Judentum, in der Schrift, so wie sie überliefert war. Auch die Evangelisten standen in dieser über ein Jahrtausend langen Tradition. Vieles war selbstverständlich, was uns heute nicht mehr selbstverständlich, ja fremd erscheint. Das ein oder andere wurde auch vergessen, weil es keiner mehr erzählt hat oder den Zusammenhang hergestellt hat.
Jesus stand fest auf dem Fundament des Alten Testamentes. Ich komme, sagt er, nicht das Gesetz zu brechen, sondern ihm zum Durchbruch zu verhelfen: Ihr sollt nicht wähnen, dass ich gekommen bin, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen; ich bin nicht gekommen, aufzulösen, sondern zu erfüllen (Mt 5, 17). Die alles entscheidende Frage stellt er selbst, nachdem ihm die Schriftgelehrten eins um andere Mal versuchen, ihn herauszufordern: Wie steht es im Gesetz geschrieben? WIE liest du? (Lk 10,26). Das macht den Unterschied zu ihm und der herkömmlichen Lehre: Jesus liest anders als die Schriftgelehrten, er legt anders aus, er belehrt sie. Sie ziehen dabei den Kürzeren, sie machen gegen ihn keinen Stich, was sie sehr gegen ihn aufbringt. Verletzte Eitelkeit. Was erlaubt sich dieser Mensch?
Jesus durchbricht ihre Denkmechanismen und Regeln, die sich im Laufe der Jahrhunderte so eingeschliffen haben, dass sie keiner mehr wirklich hinterfragt hat, etwas für Gottes Gesetz ausgegeben wird, was ursprünglich nur dazu gedacht war, die mosaische soziale Gemeinschaft in eine Ordnung zu bringen, das Zusammenleben in größeren Menschengruppen ermöglicht.
Jesus ist der Durchbrecher, der beim Prophet Micha angekündigt ist (Micha 2, 1-13): Ich will aber dich, Jakob, versammeln …; ich will sie wie Schafe miteinander in einen festen Stall tun und wie ein Herde in ihre Hürden, dass es von Menschen tönen soll. Es wird ein Durchbrecher vor ihnen herauffahren; sie werden durchbrechen und zum Tor ausziehen; und ihr König wird vor ihnen her gehen und der HERR vornean. Der HERR ist in diesem Verständnis Gott, nicht Jesus.
Der Geburt des Durchbrechers erinnern wir uns an Weihnachten. Er hat viele rituelle Regeln, die von Menschenhand mit Berufung auf Mose gesetzt wurden, durchbrochen. Aber nicht mit dem Ziel, sie aufzuheben, sondern sie wieder auf ihren Kern zurückzuführen. Missbrauch aufzudecken und den Glauben an Gott, der in Regeln zu ersticken drohte, zu befreien von den ihn einschnürenden Vorschriften. Er hat keine Scheu, Tabus zu brechen, wie etwa in der Sabbatfrage. Er fragt nicht lange, er durchbricht sie. Er zieht mit seiner Lehre aus dem Tempeltor hinaus, auf die Straße, durchbricht jegliche Sperre, auch die eigene Angst. Er ist kein Tempelprediger, sondern ein Straßenprediger. Er kommt zum Volk und das Volk läuft ihm zu. Er bringt seine Lehre auf den langen Marsch durch die Jahrtausende.
In der Nachfolge ziehen seine Schüler in die Welt und verkünden in den Evangelien seine Lehre. Ausschließen will ich hier ausdrücklich Paulus, der seine eigene Lehre verkündet. Dass er damit auch Jesu Lehre verbreitet, liegt in seiner Mission. Das ist sicher kein Zufall. Jesus steht fest im Alten Testament, er pariert jeden Einwand gekonnt, Paulus hat sich dagegen vom Christenhasser zu einem Judenhasser entwickelt und alles verdammt, was in dieser Tradition steht. Dass sich die Kirchenlehre stark auf Paulus gründet, sollte Anlass zum Nachdenken geben. Er folgt damit nicht Jesu Lehre.
Jesus hat nicht nur Zäune niedergerissen, er hat neue Einfriedungen gebaut und die Herde neu gesammelt. Er hat ihr damit neue Sicherheit gegeben. Viele Gleichnisse handeln von Hirtenund von (verlorenen) Schafen. Er hat befreit, Eingrenzungen niedergerissen, gleichzeitig aber eine neue religiöse Heimat, einen neuen Schafstall, errichtet, neu eingegrenzt, einen neuen Schutzraum geschaffen, für Mensch und Gott, frei von Altlasten und Ballast.
Lieber Luther, mit Blick auf den Zustand der Kirchen und ihrer Lehren, auch mancher irrigen, mag man seufzen und uns Jesus im Heute wünschen. Einen der erklärt, zurecht rückt, korrigiert, verwirft. Jesus, seine Lehre, ist nur vor dem Hintergrund des Alten Testamentes zu verstehen. Er war fest in diesem Fundament verankert. Alle Bilder kommen von dort. Er hat sie gekannt und wie alten Wein in neue Schläuche gegossen, so wie bei der Hochzeit von Kanaanbeschrieben. Sie steht nicht umsonst zu Beginn von Jesu Wirkungsgeschichte bei Johannes.
Lieber Luther, mein Weihnachtszyklus fängt gut an. Ich habe etwas ganz anderes geschrieben, als ich im Sinn hatte. Weil es so schön passt und eines meiner Lieblingslieder im Gesangbuch ist (EKG 66), hänge ich den Text noch an. Die Verse, denen ich nicht zustimmen kann, habe ich ausgelassen. Bis demnächst!
Herzliche Grüße
Deborrah
Jesus ist kommen, Grund ewiger Freude
1) Jesus ist kommen, Grund ewiger Freude;
A und O, Anfang und Ende steht da.
Gottheit und Menschheit vereinen sich beide;
Schöpfer, wie kommst du uns Menschen so nah!
Himmel und Erde, erzählet's den Heiden:
Jesus ist kommen, Grund ewiger Freuden.
2) Jesus ist kommen, nun springen die Bande,
Stricke des Todes, die reißen entzwei.
Unser Durchbrecher ist nunmehr vorhanden;
er, der Sohn Gottes, der machet recht frei,
bringet zu Ehren aus Sünde und Schande;
Jesus ist kommen, nun springen die Bande.
5) Jesus ist kommen, der König der Ehren;
Himmel und Erde, rühmt seine Gewalt!
Dieser Beherrscher kann Herzen bekehren;
öffnet ihm Tore und Türen fein bald!
Denkt doch, er will euch die Krone gewähren.
Jesus ist kommen, der König der Ehren.
7) Jesus ist kommen, die Quelle der Gnaden:
komme, wen dürstet, und trinke, wer will!
Holet für euren so giftigen Schaden
Gnade aus dieser unendlichen Füll!
Hier kann das Herze sich laben und baden.
Jesus ist kommen, die Quelle der Gnaden.
8) Jesus ist kommen, die Ursach zum Leben.
Hochgelobt sei der erbarmende Gott,
der uns den Ursprung des Segens gegeben;
dieser verschlinget Fluch, Jammer und Tod.
Selig, die ihm sich beständig ergeben!
Jesus ist kommen, die Ursach zum Leben.
9) Jesus ist kommen, sagt's aller Welt Enden.
Eilet, ach eilet zum Gnadenpanier!
Schwöret die Treue mit Herzen und Händen.
Sprechet: wir leben und sterben mit dir.
Amen, o Jesu, du wollst uns vollenden.
Jesus ist kommen, sagt's aller Welt Enden.

Sonntag, 13. Juli 2014

Prophetenwort

Lieber Luther,
manchmal muss man lange Wege gehen, bis einem ein Licht aufgeht und es einem wie Schuppen von den Augen fällt. Ich musste mich bis ans Ende der Bibel durchlesen, bis zur Offenbarung, bis sich mir der Blick öffnete. Mir ist nochmals deutlich geworden, wie wichtig für das Verständnis es ist, die Bibel im gesamten Zusammenhang zu lesen. In Mosaikteilchen gelesen, kann man insbesondere die Offenbarung nicht verstehen, aber auch das Zweite Testament nicht ohne das Erste und umgekehrt. Beide sind Schlüssel und Schloss.
In den Tagen der Stimme des siebenten Engels, wenn das siebte Siegel bricht, wenn er posaunen wird, soll vollendet werden das Geheimnis Gottes, wie er seinen Knechten, den Propheten, verkündet hat (Offb 10,7). Denn der HERR hat euch einen Geist des harten Schlafs eingeschenkt und eure Augen zugetan, dass euch alle Prophezeiungen sein werden wie die Worte eines versiegelten Buches, welches man gäbe einem, der lesen kann, und spräche: Lies doch das! und er spräche: Ich kann nicht, denn es ist versiegelt; oder gleich als wenn man's gäbe dem, der nicht lesen kann, und spräche: Lies doch das! und er spräche: Ich kann nicht lesen (Jes 29, 10-12).
So stehen viele Menschen vor den Buchstaben, die die heiligen Männer in der Schrift überliefert haben und können sie nicht lesen, verstehen Boten und Botschaft nicht. Auch das ist vorhergesagt: Gehe hin und sprich zu diesem Volk: Höret, und verstehet‘s nicht; sehet, und merket's nicht! Das gilt bis auf den heutigen Tag, solange, bis der siebte Engel posaunen wird. Anstatt dem überlieferten Gesetz und dem Zeugnis, das von Gott gegeben ist, glauben sie lieber den selbstgebastelten Göttern. Deshalb werden sie die Morgenröte nicht sehen, sondern hungrig bleiben, in ihrem Elend und Gott fluchen: Sie werden gaffen, unter sich die Erde ansehen und nichts finden als Trübsal und Finsternis; denn sie sind im Dunkel der Angst und gehen irre im Finstern (Jes 8, 20-22). So steht es auch in der Offenbarung (z.B. Offb 16, 9-11). Anstatt Angst vor der Macht der Verführung zu haben, haben sie Angst vor Gottes Gericht. Anstatt diesem freudig entgegenzufiebern, da es die Erlösung bringt, bleiben sie lieber in Babylon, dem Sitz des Bösen, der Hölle auf Erden, verkaufen sich und ihre Seele an andere Götter. "Hurerei" wird das in der Bibel genannt. Denn die geistlichen Leiter dieses Volkes sind Verführer; und die, die sich leiten lassen, sind verloren (Jes 9, 15).
Ihr schwört bei dem Namen des HERRN und gedenkt Gottes, aber nicht in Wahrheit und Gerechtigkeit. Ihr nennt euch Gottes Kinder und trotzt Gott. Alles, was in der Schrift gesagt ist, ist gesagt, damit ihr nicht sagen könnt, es ist Zufall, veraltet, das gilt für mich nicht. Denn: Ich habe es zuvor verkündet, das Zukünftige ist aus meinem Mund gekommen. Ich habe es sagen lassen. Ich tue es auch. Es kommt plötzlich. Denn ich weiß, dass du hart bist. Deshalb habe ich es dir zuvor sagen lassen, damit du nicht sagen kannst: Mein Götze tut's, und mein Bild und Abgott hat es befohlen. Du hast alles gehört, in der Schrift ist es geschrieben, und du verkündest es nicht. Ich habe dir Neues und Verborgenes gesagt, das du zuvor nicht wusstest. Nun ist es geschaffen. Ich weiß wohl, dass du mein Wort verachten und vom Mutterleib an ein Übertreter sein wirst (Jes 48, 1-6)
Lieber Luther, in der Schrift ist uns Gottes Wort gesagt, es ist uns vorhergesagt bis wir vor Gottes Stuhl – Richter- und Gnadenstuhl zugleich – stehen werden. Es ist alles vorausgesagt, damit wir, wenn es eintritt, erkennen, dass es Gott ist, der da am Werk ist. Deshalb hat Jesus auch gesagt: Ihr sollt nicht wähnen, dass ich gekommen bin, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen; ich bin nicht gekommen, aufzulösen, sondern zu erfüllen (Mt 5, 17). Als Jesus nach Nazareth kommt, wird ihm das Buch des Propheten Jesaja gereicht und er schlägt auf: Der Geist des Herrn ist bei mir. Er hat mich gesandt um das Evangelium den Armen zu verkünden, zu heilen, die zerstoßenen Herzens sind, den Gefangenen zu predigen, dass sich ihre Fesseln lösen, den Blinden, dass sich ihre Augen öffnen, und den Zerschlagenen, dass sie wieder aufgerichtet werden (Luk 4, 16-18).
Jesu Leben war ein Erfüllen der Schrift, ein Dienst im Wort dessen, was Gott uns schon durch die Schrift im Ersten Testament hat verkünden lassen: Damit wir glauben, dass das, was geschieht, in seinem Namen geschieht, dass alles bereits im Lebensbuch verzeichnet (Offb 3, 5), alles vorgedacht ist. Was im ersten Testament vorausgesagt ist, hat sich im zweiten erfüllt. Vom Anfang Jesu Wirken bis zu dessen Ende: Mit Jesu Taufe durch Johannes erfüllt sich die Schrift (z.B. Mt 3, 3) bis er am Kreuz hängt: Ihr sollt ihm kein Bein zerbrechen (Joh 19,36). Als er wusste, dass schon alles vollbracht ist, dass die Schrift erfüllt ist, spricht er: Mich dürstet, nimmt den sauren Wein des Lebens und stirbt. Es ist vollbracht! (Joh 19, 28). Er hat erfüllt, es hat sich erfüllt. Wie vorhergesagt.
Lieber Luther, wer denkt, er findet den Gott, von dem Jesus spricht, außerhalb der Schrift, irrt gewaltig. Davon zeugt die gesamt Bibel vom ersten bis zu letzten Buch, vom A bis zum O. Die Lehre der Weisen ist eine Quelle des Lebens, zu meiden die Stricke des Todes (Spr 13, 14). Gott gibt in der Schrift durch seine Auserwählten Zeugnis von sich, von seinem Recht und seiner Gerechtigkeit. Die Offenbarung fasst zusammen und gibt uns einen klaren Blick wie Gottes Gerechtigkeit aussieht, wie er uns sammelt und was passiert, wenn wir Widerstand leisten. Was bei Jesaja steht, steht auch in der Offenbarung. Das zweite Testament bekräftigt das erste. Meine Worte, die ich in deinen Mund gelegt habe, sollen von deinem Mund nicht weichen, noch vom Mund deiner Kindeskinder, spricht der HERR, von nun an bis in Ewigkeit (Jes 59, 21).
An vielen Stellen der Bibel wird vor falschen Predigern gewarnt, auch Jesus hat eindringlich gewarnt und vorhergesagt, dass sie auftreten werden. Der Verführer wird vortäuschen er wäre ich, hat er gesagt. Die Offenbarung gibt reichlich Zeugnis davon. Lieber Luther, wenn man die bibelfernen Predigten unserer Pfarrer anhört, was sie über Gott sagen und was so gar nicht im Geiste der Bibel und damit in Gottes Geist ist, man Zweifel hat, ob sie die Bibel jemals im Zusammenhang gelesen haben, man sich mit Grausen abwendet, kann einem der Gedanke kommen, dass Gott selbst dafür sorgt, dass sie nicht zu viel Unheil anrichten, indem er ihnen einfach die Kundschaft entzieht und sich eigene Wege sucht, sein Wort zu verkünden. Lieber Luther, der Antichrist hat sich massiv in deiner Kirche im Tarntalar eingenistet, so wie im ersten und im zweiten Testament vorausgesagt, zusammengefasst in der Offenbarung. Man lese, aufdass man lesen lerne! Bis ins Mark erschrocken über den Zustand der Prediger deiner Kirche
herzliche Grüße
Deborrah