Lieber Luther,
lang habe ich gezögert, ob ich dir zu Ostern schreiben soll. Wahrscheinlich setzte ich mich wieder einmal bei einer bestimmten Fraktion in die Nesseln. Ostern, ein Datum, das sich nach den Mondphasen richtet. Was sollen wir von diesem Fest, das die meisten heute nur noch als Familienfest oder zusätzliche Urlaubszeit feiern, halten? Fassen wir zusammen:
Jesus hat wohl gelebt, aber was war er? Ein Charismatiker? Ein Querkopf, der sich mit weltlichen und jüdischen Machthabern angelegt hat? Einer, der in die Mühlen der vermeintlich Rechtwollenden und -schaffenden gekommen ist? Ein Außenseiter? Ein Querdenker? Einer, der Unbeugsam war? Fanatisch?
Er war wohl ein Gläubiger. Ein kritisch Gläubiger. Einer, der nicht geglaubt hat, was die christlichen Kirchen heute über ihn erzählen. Da hätte seine Fantasie und Bildung nicht ausgereicht, um sich das auszudenken oder vorherzusehen. Er war einer, der wie Tausende andere, irgendwann ins Fadenkreuz der politischen und kirchlichen Fahnder geriet und dann ans Kreuz geschlagen wurde und dort elendig zugrunde ging. Ans Kreuz wurden damals nur die Outcasts geschlagen, die gesellschaftlich und sozial Ausgestoßenen. Die Letzten der Letzten.
Was wissen wir historisch von Jesus? Nichts, als dass er wohl gelebt hat und vermutlich am Kreuz starb, aber auch das ist historisch nicht wirklich gesichert. Wie ist er dann zu dem geworden, was er ist? Einer, dessen Folterinstrument, an dem er starb, zu seinem Ruhm wurde, ja zum Symbol für die gesamten christlichen Kirchen. Paradox, dass viele Menschen bis heute ein Folterinstrument, das Kreuz, als Schmuck um den Hals tragen.
Heute würde man das Phänomen „Jesus“ und der Kult, der darum betrieben wird, als Resultat einer genialen Marketingstrategie sehen. Jesus wurde – in heutiger Analyse und Sprache - von guten Marketingstrategen über Jahrhunderte zum Superstar aufgebaut. Mit einer fingierten Biographie, die ihm ein Alleinstellungsmerkmal sicherte: Gezeugt vom Heiligen Geist, geboren von einer Jungfrau, wundertätig – und - am Ende der Clou: Für die Sünden der gesamten Menschheit den Märtyrertod am Kreuz gestorben, um die ganze Welt zu entsündigen, personal von den Toten auferstanden, als Auferstandener seinen Jüngern personal begegnet, personal aufgefahren in den Himmel, wo der zur Rechten seines Vaters, Gott persönlich, sitzt und uns irgendwann im Endgericht zu sich zieht. Irgendwie wird Jesus dann zur 3 Personen in einer: Vater, Sohn und Heiliger Geist. So wird es im Glaubensbekenntnis hergebetet. Das sind die Grundpfeiler christlicher Religion.
Mit diesem kirchlichen Superstar lassen sich seit zwei Jahrtausenden veritable Geschäfte machen und Egos pflegen. Von und in Abhängigkeit von Jesus Christ Super Star verdienten und verdienen viele Menschen auf der ganzen Welt.
Ob Jesus schon durch den geistlichen Zeugungsakt göttlich geboren, durch die Taufe göttlich geworden oder erst durch den finalen Akt seiner Himmelfahrt zum Gott aufgestiegen ist, darüber sind sich schon die Evangelisten nicht einig, geschweige denn nachkommende Kleriker, Theologen und Schriftsteller. Entsprechend wird bis heute debattiert, wie es sich wohl verhält und je nach Kirchenschule, Glaubensüberzeugung und Forschungsrichtung kommt man zu einem anderen Ergebnis. Glaube in christlicher Prägung ist Glaube an die nach Jesus aufgestellten Dogmen und Theorien über ihn. Ohne das ganze theoretische Brimborium und den Personenkult um ihn, wäre Jesus nichts als ein gläubiger Mensch, der für seine Glaubensüberzeugungen, die nicht die herrschenden waren, eingestanden ist.
Wenn wir heute über den christlichen Osterzyklus nachdenken:
Palmsonntag, mit dem Einzug Jesu in Jerusalem,
Gründonnerstag: Abendmahl und Fußwaschung,
Karfreitag, Jesu Kreuzung und Verfinsterung der Welt,
Ostersonntag, seine Auferstehung und sein personales Erscheinen und
Himmelfahrt mit Jesu personalem Auffahren in den Himmel.
Es ist Personenkult, der um Jesus betrieben wird, Jesus-Kult. Davon leben die christlichen Kirchen, die Kleriker und Theologen, all diejenigen, die unter der Marke „Jesus“ Geschäfte machen und Geld verdienen.
Nur, die Welt ist inzwischen global geworden, die Menschen nehmen den christlichen Kirchen ihre Leitsätze und Dogmen nicht mehr ab. Zwar glauben zwei Drittel der Menschen in Deutschland zu glauben, aber bei weitem nicht an alles, was die Kirchen gerne hätten, dass sie glauben. Der moderne Mensch informiert sich über Religionsgrenzen hinweg. Die Menschen glauben, lassen sich aber nicht mehr vorschreiben, was sie glauben sollen. Sie durchschauen das christliche Moralgebäude und sind nicht mehr willens, sich durch es unter Druck setzen oder überhaupt beeinflussen zu lassen. Die Institution „Kirche“ wird, wenn überhaupt, mehr als Sozialeinrichtung, denn als Glaubensinstanz wahrgenommen und von den Menschen, insbesondere den Älteren, genutzt und akzeptiert. Zu schräg und verstaubt sind die Dogmen, die bis heute vertreten werden. Sie schrecken mehr ab, als dass sie anziehen.
An einen personalen Gott glaubt heute nur noch ein kleiner Teil der Menschen, das zeigen statistisch repräsentative Umfragen. Und an Jesus als einen Gott auch nur noch der kleinere Teil der Zeitgenossen. Die Marketingstrategie der Kirchen funktioniert nicht mehr und die Kirchen sind nicht zu einem dogmatischen Frühjahrsputz bereit, da er ihnen weitgehend ihr theologisches und institutionelles Fundament weghauen würde. Sie haben kaum eine andere Wahl. Sie sind gefangen in ihren eigenen Fangstricken.
Zurück zu Ostern. Welche Natur hat das Osterfest unter diesem Blickwinkel? Wir wissen quasi nichts über Jesus. Was überliefert ist, deutet auf einen Menschen hin, der aus ärmlichsten Verhältnissen kam, ungebildet war, aus der untersten Klasse stammte und für die Armen der Ärmsten eingestanden ist, ihnen eine Perspektive, eine Hoffnung, einen Glauben gegeben hat, nicht an ihn als Person, sondern an Gott, den er Vater nannte, von dem er sprach als sei es sein Vater. Er nannte ihn Vater, weil er sich von ihm allein umsorgt fühlte, weil er auf ihn allein vertrauen konnte, weil er sich ihm allein verbunden und verpflichtet fühlte. Er war ganz auf Gott ausgerichtet, einen monotheistischen Gott in jüdischer Tradition, aber ohne weltlich orientierte jüdische Moral- und Verhaltensregeln.
Jesus vertrat einen Gott, der sich nicht durch Menschen begrenzen oder vereinnahmen lässt, einen, den man im täglichen Leben erfahren kann. Einen, auf den man vertrauen kann, im Leben und im Sterben. Es ist ein Gott, der uns zu sich ins Leben führt, auf wunderbare Weise, die für uns nicht erklärlich ist und die man auch nicht erklären braucht, sondern nur leben und glauben. Jesus predigt einen Gott, der Demut erfordert und ein gutes inneres Ohr, um ihn zu hören. Einen, der keine Religion braucht. Jesus hat sich am Rande oder gar außerhalb seiner Glaubenstradition bewegt. Genau lässt sich das nicht mehr feststellen.
Der feste Glaube an diesen Gott ist das, was wir an Jesus lernen können. Ein Glaube, der auch nicht angesichts der menschlichen Gewalt, Verwüstung und Verrohung der Menschen, der Einsamkeit und Unverlässlichkeit seiner engsten Freunde ins Wanken kam. Und selbst wenn er doch ins Wanken gekommen sein sollte, spricht das nur für sein Menschsein, für das Brudersein Jesu im Glauben.
Die Evangelisten, Theologen, Historiker und Schriftsteller sind sich wie bei Jesu Geburt auch über sein Sterben nicht einig. Wie könnten sie auch, es war keiner dabei, auch keiner, der später aufgeschrieben hat, was Jesu angeblich gesagt und getan hat, als er starb. Absolute Wahrheiten gibt es in dieser Hinsicht nicht. Vielleicht starb Jesus genauso namenlos und unspektakulär wie Tausende andere. Es ist eine Möglichkeit, die genauso plausibel oder unplausibel ist wie jede andere. Das Wie ist reine Spekulation. Nur soweit kann Konsens zwischen allen Menschen hergestellt werden: Sterben muss jeder, musste auch Jesus. Alles andere darüber hinaus kann man glauben, muss es aber nicht, was nicht heißt, dass man nicht glaubt, sondern nur, dass man die Ausschmückungen und Dogmen christlicher Prägung nicht zwangsläufig glauben muss.
Lieber Luther, du sollst keine anderen Götter neben mir haben. Das ist das erste und vornehmste Gebot. Ich bin sicher, das galt auch und gerade für Jesus. Den christlichen Kult, den man um seinen Tod (und seine Geburt) nachträglich machte, ist – wie das Wort schon sagt – Kult um jemanden, den man – unfreiwillig - zum Superstar ernannt hat, vor dem Hintergrund von mannigfaltigen Interessen. Die Osterbräuche sind eine Umdefinition heidnischer Bräuche in christliche. Man musste dem Volk etwas bieten. Mit Brot und Spielen, das wussten nicht nur die weltlichen Herrscher, ködert man die Massen. Das lässt sich historisch auch nachvollziehen.
Viel Menschenblut und -not kostete das Marketing der kirchlichen Machtstrategen – insbesondere für Protzbauten und Kriege. Vielleicht wäre es eine gute Idee, heute – an Karfreitag – an diese Menschen zu denken: an die Opfer, die den Theologen, Klerikern und Kirchenleuten, den Religionen weltweit zum Opfer fielen und fallen. Karfreitag als Gedenktag an den Tod Jesus und an alle Opfer von Religionen und religiöser Verfolgung. Karfreitag hätte als Gedenktag einen Sinn, den auch Jesus mittragen könnte.
Lieber Luther, Religion und Glauben sind zwei Paar Stiefel: Dafür stand, steht und starb Jesus. Das war sein Ruhm, nicht sein unrühmlicher Tod. Den hat er sich wahrscheinlich auch angenehmer gewünscht, jedenfalls ist er nichts, was es zu feiern gibt. Nicht für den- und diejenigen, die so sterben mussten, nicht für diejenigen, die diese Tode zu verantworten haben, und schon gar nicht für diejenigen, die diesen grausamen Tod nachträglich glorifiziert haben und weiterhin glorifizieren.
Herzliche Grüße
Deborrah
Lieber Luther
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Freitag, 25. März 2016
Freitag, 30. Oktober 2015
Luthers Bibelverständnis - Kirchenpolitik als Hidden Agenda
Lieber Luther,
ich habe mich ja schon in meinem letzten Brief mit der Frage auseinandergesetzt, ob die Bibel das offenbarte Wort Gottes ist und dies negativ beantwortet. Trotzdem hat es mich beschäftigt, wie all die Missverständnisse zustande gekommen sind, wieso man ein so verdrehtes Bibelverständnis überhaupt haben kann und wieso Menschen im 21.Jahrhundert noch behaupten und lehren, die Bibel sei Gottes Wort, stellvertretend durch den Heiligen Geist in „die“ Bibel geschrieben. Es gibt die Schreiber der Texte, den Text an sich, die Leser oder Hörer, aber auch die Lehrer, die ihre Schäfchen lehren, wie man Gott und die Bibel insbesondere zu lesen und zu verstehen hat. Das Übel beginnt an der Wurzel. Darin liegt die Krux und damit will ich mich heute beschäftigen.
Es hilft zu verstehen, wie wir etwas verstehen und wieso wir verstehen, was wir verstehen. Um das zu verstehen, muss man sich mit Hermeneutik beschäftigen. Vorüberlegungen habe ich dazu schon angestellt. Die Frage stellt sich also, was das evangelisch-lutherische Grundverständnis der Bibel – in dem ich sozialisiert bin – ist, vor welchem Hintergrund es hermeneutisch zu verstehen ist und was die Schlussfolgerungen daraus sind.
Schon öfters habe ich davon berichtet, dass sich die Lutherübersetzung der Bibeltexte auf die äußeren Aspekte bezieht, wenn man dagegen die Elberfelder Übersetzung zur Hand nimmt, die inneren Aspekte des Textes zum Vorschein kommen. Anschaulich gemacht sei es am Beispiel von Psalm 34,3, Psalm 62,9 oder Psalm 127,3, am Beispiel der Geschichte vom Fischzug auf dem See Genezareth oder an vielen vergleichbaren Beispielen. Bisher habe ich die Unterschiede im praktischen Lesen der Bibel nur bemerkt, theoretisch verstanden habe ich sie aber erst jetzt.
Diese Unterschiede sind schon im lutherischen Grundverständnis angelegt. Zwei Dogmen schlagen Pflöcke ein, die bis heute Pfähle in den (evangelischen) Augen derer sind, die auf die Schrift blicken, und für die tieferen Aspekte der Texte und deren spirituelle Erfassung blind machen: Das eine Dogma „sola scriptura“ besagt, dass die Schrift klar und eindeutig ist und sich selbst auslegt. Das zweite Dogma besagt, dass die Schrift das wahre Wort Gottes beinhaltet, quasi vom Heiligen Geist selbst geschrieben worden ist.
Das „sola scriptura“ geht von der – wissenschaftlich und der Realität widerlegten – Annahme aus, dass die Heilige Schrift prinzipiell in den dort verwendeten Wörtern, im Literalsinn, universal auf Christus hin klar und verständlich lesbar sei, ebenso wie im moralischen Sinn. Voraussetzung, um die Texte überhaupt zu verstehen, sei jedoch – mit Augustinus –, dass man ein (christlich) gläubiger Mensch sei. Dem Judentum wird damit implizit abgesprochen, dass es die Texte, die durch seine religiöse Tradition erst übermittelt, verschriftlicht und bekannt sind, überhaupt „richtig“ versteht, weil es Jesus die Rolle nicht zuerkennt, die die Erfinder des Christentums, allen voran Paulus, ihm zuschreiben. Es geht um die Durchsetzung der christlichen Religion gegen das Judentum als Hidden Agenda.
Der gläubige Mensch begibt sich in diesem Verständnis in die Hand des Textes und dieser legt sich dann quasi – da vom Heiligen Geist in Eindeutigkeit und Klarheit geschrieben und geleitet – eindeutig aus, im Ergriffenwerden vom Text, eine hermeneutische Annahme, die auf Platon zurückgeht. Der gläubige Textausleger wird zu einem vom Heiligen Geist entmündigten Textausleger, zugespitzt gesagt, zu seiner Marionette. Die Trinität zwischen Vater, Sohn und Heiliger Geist wird als Tatsache unterstellt, obwohl dieses theologische Konstrukt nicht in der Bibel zu finden ist.
Die Schrift wird in dieser Sichtweise zur „Heiligen“ Schrift, von Gott selbst, über den Heiligen Geist, verfasst. Gottes Hand hat sie selbst geschrieben. Von dieser Annahme gingen auch schon die frühen Kirchenväter, wie Origines und Augustinus aus, wohl aber nicht die Verfasser der Texte selbst. Mehr als nur ein Schönheitsfehler. Die Schriften, mittlerweile wie selbstverständlich als „heilig“ bezeichnet, transportieren direkt die Botschaft Gottes an die Menschen zu deren moralischer Erneuerung. Die Buchstaben in diesen Texten werden als direktes Abbild Gottes gesehen, die einen einzigen, einfachen und festen Sinn haben.
Dass diese Annahmen nicht so einfach zu halten sind, haben schon damalige Gelehrte gesehen und deshalb weitere Hilfsgerüste geschaffen, um das ganze Gedankengebäude, mit der Schrift als theologisch kreierten alleinigen Fetisch im Mittelpunkt, nicht gleich zusammenstürzen zu lassen. Was, wenn der Interpret doch irrt, obwohl das von der Grundannahme her theoretisch nicht vorkommen kann? Die Realität hat schon damals diesem theoretischen Konstrukt nicht entsprochen. So ganz traute man den Bibellesern dann doch nicht über den Weg. Wie der – nicht gewollten – „Willkür“ in der Auslegung entgegenwirken? Mit neuen Annahmen und Konstrukten:
Philipp Melanchthon entwickelte die „Scopus“ Theorie, wonach „die“ Heilige Schrift einen einzigen, einfachen und festen Sinn habe, der sich im fortlaufenden Kontext der Aussage und mit den „Umständen der Angelegenheit“ ergebe. Die Vielfalt der Texte wird theoretisch-methodisch auf „die Hauptintention“ reduziert und unter die weitere Annahme gestellt, dass sich so ein einziger fester Sinn finden lasse. Es wird eine „Hauptintention“ suggeriert, völlig außer Acht lassend, dass es diese „Hauptintention“ bei der Vielzahl der Textschreiber über Jahrtausende schon theoretisch gar nicht geben kann, es sei denn – ja, es sei denn nicht die Schreiber haben die Texte geschrieben, sondern der Heilige Geist selbst.
Das Bindeglied zwischen Ausleger und Text seien, so Melanchthon, die sog. „locci communes“, allgemeingültige Lehren über die Hauptanliegen der Menschen, wie etwa Tugend, Sünde und Gnade. Damit ist inhaltlich und ethisch die Richtung schon festgezurrt: es geht um Tugend, Sünde und Gnade. Das kann man so sehen, muss man aber nicht. Diese Setzung führt zu einer weiteren Entmündigung des Lesers der Heiligen Schrift: Der Leser kann bei der Auffindung der „locci communes“ nicht etwa, wie bei jeder anderen Wissenschaft, auf sein ursprüngliches Wissen zurückgreifen, sondern muss sie sich von der – dogmatisch verordneten – „Autorität der Schrift“ diktieren lassen.
Doch nicht genug, der Schriftleser wird noch weiter an die Kandare genommen. Matthias Flacius Illycrius entwickelte, um ja keine anderen locci communes als die vom Autor identifizierten, aufkommen zu lassen, ein Wörterbuch der Heiligen Schrift. Dem reformatorischen Gedanken der Einheitlichkeit der Schrift und ihrer normativen Selbständigkeit wurde ein Lehrgebäude der Bibelexegese zur Seite gestellt. Die Stellung der Bibel wurde theoretisch-methodisch zu einem normativen Bollwerk ausgebaut, mit dogmatischen Vorgaben, wie sie und die moralische Botschaft dahinter zu verstehen sei. Das Luther-Lied, eine feste Burg ist unser Gott, kommt nicht von ungefähr. Luther verschanzt sich hinter den Buchstaben der Bibel wie in einer Wagenburg.
Die Texte der Bibel und ihre Schreiber derart zu erhöhen, sie quasi als gottgleiche zweite Schöpfer darzustellen, ihre Einheitlichkeit, Selbstverständlichkeit, Klarheit und Eindeutigkeit zu unterstellen, war ein Rückschritt in der bereits erreichten Ausdifferenzierung des Denkens und der hierfür erarbeiteten Methoden. Frühe Philosophen wie etwa Platon, Origines oder Augustinus, haben deutlich differenzierter gedacht, dem Textverständnis mehr Raum zur Entwicklung gegeben, und waren damit den heutigen wissenschaftlichen Erkenntnissen wesentlich näher, als der Rigorismus, die Engstirnigkeit und Begrenztheit des lutherischen Ansatzes der Bibelexegese. Aber gerade das Enge muss vor dem Weiten verteidigt werden, will es Bestand haben. Die Lutheraner haben deshalb selbst wiederum ein Methodengerüst aufgebaut, was sie bei der Konkurrenz jedoch, den Scholastikern, heftig abgelehnt haben. Es ist eben in der Beurteilung ein Unterschied, ob man etwas selbst tut oder die anderen.
Was hat Luther, der kein Dummkopf war, dazu gebracht, seine neue Kirche in einer Weise aufzustellen, an der sie heute noch krankt?
Die Hidden Agenda war: Kirchenpolitik. Augustinus hatte die Auslegungshoheit im Zweifelsfall dem Papst zugesprochen. Luther lehnte das Papsttum radikal ab. Also musste eine andere Lösung her, eben die dann postulierte Auslegung der Heiligen Schrift durch sich selbst. Anstelle des Papstes, wurde ein anderes menschliches Machwerk, die von Menschen zur Bibel zusammengestellten verschiedenen Schriften und deren Schreiber – unangemessen – überhöht.
Luther bekämpfte die Scholastiker, die eine – viel differenziertere – Methodik der vierfachen Auslegung der Bibel erarbeitet hatten, weil er das damalige kirchliche Lehramt und deren Macht ablehnte. Sein Gegenentwurf war die Volksbibel. Jeder sollte selbst die Bibel lesen können. Da er seine Kundschaft in der weitestgehend ungebildeten Masse sah, konnte ein auf philosophischen Feinheiten basierendes Auslegungsmodell – „willkürliche“ Auslegung lehnte er ab – nicht die Methodik seiner Wahl sein. Ein solches Szenarium wäre nicht mehr – von den kirchlichen Dogmatikern – zu beherrschen. Das gilt im Übrigen bis heute. Deshalb beschränkte er seine Lehre auf die aller äußerste Erkenntnisschicht – den Buchstaben der Heiligen Schrift -, unterfüttert mit einer entsprechenden restriktiven, die Auslegung begrenzenden Dogmatik.
Indem kurzerhand die Einheitlichkeit der Texte – trotz der historischen Vielfalt – proklamiert wurde, reduzierte sich – vordergründig – die Komplexität und die Möglichkeiten der Auslegung drastisch. Der interpretatorische Bewegungsspielraum des Bibellesers wurde streng reglementiert. Wer nicht spurt, den Bibeltext und deren Konsistenz auch nur in Frage stellt, im Rahmen der vorgegebenen Lehre versteht sich, bekommt als Etikett ungläubig und vom Heiligen Geist, dem Textschreiber, nicht geleitet. Eine ziemlich trübe Aussicht für alle Kritiker oder auch, wenn man es so sehen will, massive Einschüchterungsversuche der Abweichler. Auch das ein Gebaren, das sich bis heute in der evangelisch-lutherischen Kirche gehalten hat.
Jedoch, lieber Luther, für dich war eine Schlange eben auch keine Schlange, sondern ein Bild für den Satan, entgegen des Wortsinns. Die Theorie muss sich an der Praxis beweisen. Tut sie das nicht, taugt sie nicht zur Erklärung auch nur eines Teilausschnittes des irdischen Seins, nicht zu reden vom göttlichen Sein. Hat Jesus wirklich Tote aufgeweckt oder war das nicht doch bildlich gemeint?
Wieso in deiner Bibelübersetzung (siehe die Beispiele oben), die ich im Übrigen sehr schätze, der äußere Mensch im Vordergrund steht, wird verständlich vor dem Hintergrund der Lehre von deinem Primat des äußeren Wortes. Das verstehe ich nun auch theoretisch. Jedoch sind die Widersprüche, auch im Buchstabensinn, mittlerweile von Legionen – auch theologisch geschulter – Wissenschaftlern mit modernsten Methoden untersucht und deshalb höchst in Frage gestellt.
Vor dem Hintergrund gewinnt auch die Hidden Agenda der evangelisch-lutherischen Kirche deutlichere Konturen: Wenn man die nicht mehr haltbaren Basisannahmen zur öffentlichen Debatte stellt, bleibt nicht mehr viel übrig. Wenn man das theoretische Fundament weghaut, die Annahme der Gottgegebenheit „der“ Schrift und deren Selbstinterpretation, fällt das kirchliche Gebäude in sich zusammen und die Autoritätslücke im Lehrgebäude der evangelischen Theologie tritt zutage. Wenn nicht durch die Schrift, wie äußerst sich Gott dann? Es bleibt spannend.
Mit wahrlich reformatorischen Grüßen, lieber Luther, am Vorabend des Reformationstages 2015,
Herzliche Grüße
Deborrah
ich habe mich ja schon in meinem letzten Brief mit der Frage auseinandergesetzt, ob die Bibel das offenbarte Wort Gottes ist und dies negativ beantwortet. Trotzdem hat es mich beschäftigt, wie all die Missverständnisse zustande gekommen sind, wieso man ein so verdrehtes Bibelverständnis überhaupt haben kann und wieso Menschen im 21.Jahrhundert noch behaupten und lehren, die Bibel sei Gottes Wort, stellvertretend durch den Heiligen Geist in „die“ Bibel geschrieben. Es gibt die Schreiber der Texte, den Text an sich, die Leser oder Hörer, aber auch die Lehrer, die ihre Schäfchen lehren, wie man Gott und die Bibel insbesondere zu lesen und zu verstehen hat. Das Übel beginnt an der Wurzel. Darin liegt die Krux und damit will ich mich heute beschäftigen.
Es hilft zu verstehen, wie wir etwas verstehen und wieso wir verstehen, was wir verstehen. Um das zu verstehen, muss man sich mit Hermeneutik beschäftigen. Vorüberlegungen habe ich dazu schon angestellt. Die Frage stellt sich also, was das evangelisch-lutherische Grundverständnis der Bibel – in dem ich sozialisiert bin – ist, vor welchem Hintergrund es hermeneutisch zu verstehen ist und was die Schlussfolgerungen daraus sind.
Schon öfters habe ich davon berichtet, dass sich die Lutherübersetzung der Bibeltexte auf die äußeren Aspekte bezieht, wenn man dagegen die Elberfelder Übersetzung zur Hand nimmt, die inneren Aspekte des Textes zum Vorschein kommen. Anschaulich gemacht sei es am Beispiel von Psalm 34,3, Psalm 62,9 oder Psalm 127,3, am Beispiel der Geschichte vom Fischzug auf dem See Genezareth oder an vielen vergleichbaren Beispielen. Bisher habe ich die Unterschiede im praktischen Lesen der Bibel nur bemerkt, theoretisch verstanden habe ich sie aber erst jetzt.
Diese Unterschiede sind schon im lutherischen Grundverständnis angelegt. Zwei Dogmen schlagen Pflöcke ein, die bis heute Pfähle in den (evangelischen) Augen derer sind, die auf die Schrift blicken, und für die tieferen Aspekte der Texte und deren spirituelle Erfassung blind machen: Das eine Dogma „sola scriptura“ besagt, dass die Schrift klar und eindeutig ist und sich selbst auslegt. Das zweite Dogma besagt, dass die Schrift das wahre Wort Gottes beinhaltet, quasi vom Heiligen Geist selbst geschrieben worden ist.
Das „sola scriptura“ geht von der – wissenschaftlich und der Realität widerlegten – Annahme aus, dass die Heilige Schrift prinzipiell in den dort verwendeten Wörtern, im Literalsinn, universal auf Christus hin klar und verständlich lesbar sei, ebenso wie im moralischen Sinn. Voraussetzung, um die Texte überhaupt zu verstehen, sei jedoch – mit Augustinus –, dass man ein (christlich) gläubiger Mensch sei. Dem Judentum wird damit implizit abgesprochen, dass es die Texte, die durch seine religiöse Tradition erst übermittelt, verschriftlicht und bekannt sind, überhaupt „richtig“ versteht, weil es Jesus die Rolle nicht zuerkennt, die die Erfinder des Christentums, allen voran Paulus, ihm zuschreiben. Es geht um die Durchsetzung der christlichen Religion gegen das Judentum als Hidden Agenda.
Der gläubige Mensch begibt sich in diesem Verständnis in die Hand des Textes und dieser legt sich dann quasi – da vom Heiligen Geist in Eindeutigkeit und Klarheit geschrieben und geleitet – eindeutig aus, im Ergriffenwerden vom Text, eine hermeneutische Annahme, die auf Platon zurückgeht. Der gläubige Textausleger wird zu einem vom Heiligen Geist entmündigten Textausleger, zugespitzt gesagt, zu seiner Marionette. Die Trinität zwischen Vater, Sohn und Heiliger Geist wird als Tatsache unterstellt, obwohl dieses theologische Konstrukt nicht in der Bibel zu finden ist.
Die Schrift wird in dieser Sichtweise zur „Heiligen“ Schrift, von Gott selbst, über den Heiligen Geist, verfasst. Gottes Hand hat sie selbst geschrieben. Von dieser Annahme gingen auch schon die frühen Kirchenväter, wie Origines und Augustinus aus, wohl aber nicht die Verfasser der Texte selbst. Mehr als nur ein Schönheitsfehler. Die Schriften, mittlerweile wie selbstverständlich als „heilig“ bezeichnet, transportieren direkt die Botschaft Gottes an die Menschen zu deren moralischer Erneuerung. Die Buchstaben in diesen Texten werden als direktes Abbild Gottes gesehen, die einen einzigen, einfachen und festen Sinn haben.
Dass diese Annahmen nicht so einfach zu halten sind, haben schon damalige Gelehrte gesehen und deshalb weitere Hilfsgerüste geschaffen, um das ganze Gedankengebäude, mit der Schrift als theologisch kreierten alleinigen Fetisch im Mittelpunkt, nicht gleich zusammenstürzen zu lassen. Was, wenn der Interpret doch irrt, obwohl das von der Grundannahme her theoretisch nicht vorkommen kann? Die Realität hat schon damals diesem theoretischen Konstrukt nicht entsprochen. So ganz traute man den Bibellesern dann doch nicht über den Weg. Wie der – nicht gewollten – „Willkür“ in der Auslegung entgegenwirken? Mit neuen Annahmen und Konstrukten:
Philipp Melanchthon entwickelte die „Scopus“ Theorie, wonach „die“ Heilige Schrift einen einzigen, einfachen und festen Sinn habe, der sich im fortlaufenden Kontext der Aussage und mit den „Umständen der Angelegenheit“ ergebe. Die Vielfalt der Texte wird theoretisch-methodisch auf „die Hauptintention“ reduziert und unter die weitere Annahme gestellt, dass sich so ein einziger fester Sinn finden lasse. Es wird eine „Hauptintention“ suggeriert, völlig außer Acht lassend, dass es diese „Hauptintention“ bei der Vielzahl der Textschreiber über Jahrtausende schon theoretisch gar nicht geben kann, es sei denn – ja, es sei denn nicht die Schreiber haben die Texte geschrieben, sondern der Heilige Geist selbst.
Das Bindeglied zwischen Ausleger und Text seien, so Melanchthon, die sog. „locci communes“, allgemeingültige Lehren über die Hauptanliegen der Menschen, wie etwa Tugend, Sünde und Gnade. Damit ist inhaltlich und ethisch die Richtung schon festgezurrt: es geht um Tugend, Sünde und Gnade. Das kann man so sehen, muss man aber nicht. Diese Setzung führt zu einer weiteren Entmündigung des Lesers der Heiligen Schrift: Der Leser kann bei der Auffindung der „locci communes“ nicht etwa, wie bei jeder anderen Wissenschaft, auf sein ursprüngliches Wissen zurückgreifen, sondern muss sie sich von der – dogmatisch verordneten – „Autorität der Schrift“ diktieren lassen.
Doch nicht genug, der Schriftleser wird noch weiter an die Kandare genommen. Matthias Flacius Illycrius entwickelte, um ja keine anderen locci communes als die vom Autor identifizierten, aufkommen zu lassen, ein Wörterbuch der Heiligen Schrift. Dem reformatorischen Gedanken der Einheitlichkeit der Schrift und ihrer normativen Selbständigkeit wurde ein Lehrgebäude der Bibelexegese zur Seite gestellt. Die Stellung der Bibel wurde theoretisch-methodisch zu einem normativen Bollwerk ausgebaut, mit dogmatischen Vorgaben, wie sie und die moralische Botschaft dahinter zu verstehen sei. Das Luther-Lied, eine feste Burg ist unser Gott, kommt nicht von ungefähr. Luther verschanzt sich hinter den Buchstaben der Bibel wie in einer Wagenburg.
Die Texte der Bibel und ihre Schreiber derart zu erhöhen, sie quasi als gottgleiche zweite Schöpfer darzustellen, ihre Einheitlichkeit, Selbstverständlichkeit, Klarheit und Eindeutigkeit zu unterstellen, war ein Rückschritt in der bereits erreichten Ausdifferenzierung des Denkens und der hierfür erarbeiteten Methoden. Frühe Philosophen wie etwa Platon, Origines oder Augustinus, haben deutlich differenzierter gedacht, dem Textverständnis mehr Raum zur Entwicklung gegeben, und waren damit den heutigen wissenschaftlichen Erkenntnissen wesentlich näher, als der Rigorismus, die Engstirnigkeit und Begrenztheit des lutherischen Ansatzes der Bibelexegese. Aber gerade das Enge muss vor dem Weiten verteidigt werden, will es Bestand haben. Die Lutheraner haben deshalb selbst wiederum ein Methodengerüst aufgebaut, was sie bei der Konkurrenz jedoch, den Scholastikern, heftig abgelehnt haben. Es ist eben in der Beurteilung ein Unterschied, ob man etwas selbst tut oder die anderen.
Was hat Luther, der kein Dummkopf war, dazu gebracht, seine neue Kirche in einer Weise aufzustellen, an der sie heute noch krankt?
Die Hidden Agenda war: Kirchenpolitik. Augustinus hatte die Auslegungshoheit im Zweifelsfall dem Papst zugesprochen. Luther lehnte das Papsttum radikal ab. Also musste eine andere Lösung her, eben die dann postulierte Auslegung der Heiligen Schrift durch sich selbst. Anstelle des Papstes, wurde ein anderes menschliches Machwerk, die von Menschen zur Bibel zusammengestellten verschiedenen Schriften und deren Schreiber – unangemessen – überhöht.
Luther bekämpfte die Scholastiker, die eine – viel differenziertere – Methodik der vierfachen Auslegung der Bibel erarbeitet hatten, weil er das damalige kirchliche Lehramt und deren Macht ablehnte. Sein Gegenentwurf war die Volksbibel. Jeder sollte selbst die Bibel lesen können. Da er seine Kundschaft in der weitestgehend ungebildeten Masse sah, konnte ein auf philosophischen Feinheiten basierendes Auslegungsmodell – „willkürliche“ Auslegung lehnte er ab – nicht die Methodik seiner Wahl sein. Ein solches Szenarium wäre nicht mehr – von den kirchlichen Dogmatikern – zu beherrschen. Das gilt im Übrigen bis heute. Deshalb beschränkte er seine Lehre auf die aller äußerste Erkenntnisschicht – den Buchstaben der Heiligen Schrift -, unterfüttert mit einer entsprechenden restriktiven, die Auslegung begrenzenden Dogmatik.
Indem kurzerhand die Einheitlichkeit der Texte – trotz der historischen Vielfalt – proklamiert wurde, reduzierte sich – vordergründig – die Komplexität und die Möglichkeiten der Auslegung drastisch. Der interpretatorische Bewegungsspielraum des Bibellesers wurde streng reglementiert. Wer nicht spurt, den Bibeltext und deren Konsistenz auch nur in Frage stellt, im Rahmen der vorgegebenen Lehre versteht sich, bekommt als Etikett ungläubig und vom Heiligen Geist, dem Textschreiber, nicht geleitet. Eine ziemlich trübe Aussicht für alle Kritiker oder auch, wenn man es so sehen will, massive Einschüchterungsversuche der Abweichler. Auch das ein Gebaren, das sich bis heute in der evangelisch-lutherischen Kirche gehalten hat.
Jedoch, lieber Luther, für dich war eine Schlange eben auch keine Schlange, sondern ein Bild für den Satan, entgegen des Wortsinns. Die Theorie muss sich an der Praxis beweisen. Tut sie das nicht, taugt sie nicht zur Erklärung auch nur eines Teilausschnittes des irdischen Seins, nicht zu reden vom göttlichen Sein. Hat Jesus wirklich Tote aufgeweckt oder war das nicht doch bildlich gemeint?
Wieso in deiner Bibelübersetzung (siehe die Beispiele oben), die ich im Übrigen sehr schätze, der äußere Mensch im Vordergrund steht, wird verständlich vor dem Hintergrund der Lehre von deinem Primat des äußeren Wortes. Das verstehe ich nun auch theoretisch. Jedoch sind die Widersprüche, auch im Buchstabensinn, mittlerweile von Legionen – auch theologisch geschulter – Wissenschaftlern mit modernsten Methoden untersucht und deshalb höchst in Frage gestellt.
Vor dem Hintergrund gewinnt auch die Hidden Agenda der evangelisch-lutherischen Kirche deutlichere Konturen: Wenn man die nicht mehr haltbaren Basisannahmen zur öffentlichen Debatte stellt, bleibt nicht mehr viel übrig. Wenn man das theoretische Fundament weghaut, die Annahme der Gottgegebenheit „der“ Schrift und deren Selbstinterpretation, fällt das kirchliche Gebäude in sich zusammen und die Autoritätslücke im Lehrgebäude der evangelischen Theologie tritt zutage. Wenn nicht durch die Schrift, wie äußerst sich Gott dann? Es bleibt spannend.
Mit wahrlich reformatorischen Grüßen, lieber Luther, am Vorabend des Reformationstages 2015,
Herzliche Grüße
Deborrah
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